Agenturmeldung vom 16.11.2016, 12:59

Staatsanwaltschaft verlangt weitere Unterlagen zu Transplantationen

Hamburg (dpa) - Nach Unregelmäßigkeiten in den Behandlungsunterlagen von Transplantationspatienten hat die Hamburger Staatsanwaltschaft weitere Papiere bei der Bundesärztekammer angefordert. "Wir konnten den Sachverhalt noch nicht umfassend prüfen, da noch Unterlagen fehlen", sagte eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft am Mittwoch. "Diese Unterlagen haben wir nun angefordert."

Das Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE) hatte in einer Stellungnahme vom Dienstag Übertragungsfehler eingeräumt. Die Organvergabe sei dadurch aber nicht beeinflusst worden.

Zuvor hatte die Prüfungs- und Überwachungskommission (PÜK) von GKV-Spitzenverband, Krankenhausgesellschaft und Bundesärztekammer Unregelmäßigkeiten beanstandet, die zum Teil relevant seien für die Vergabe von Spenderorganen. Aus Sicht der Kommission waren am Mittwoch von 14 beanstandeten Fällen 4 erklärbar und erledigt.

Am 13. Oktober hatte die Kommission einen Bericht zu Lungentransplantationen im UKE und der LungenClinic Großhansdorf (Schleswig-Holstein) vorgelegt. In 14 von 25 Fällen beanstandete die PÜK Unregelmäßigkeiten. Sieben Patientenakten der Klinik Großhansdorf waren nicht mehr auffindbar.

In den vergangenen Jahren hatten in Deutschland mehrere Skandale das Vertrauen in die Transplantationsmedizin erschüttert. Dabei ging es darum, mit Manipulationen die eigenen Patienten beim Empfang von Spenderorganen zu bevorzugen.