Agenturmeldung vom 02.11.2016, 16:14

Krankenhausgesellschaft: Planung muss Ländersache bleiben

Güstrow (dpa/mv) - Die Krankenhausgesellschaft in Mecklenburg- Vorpommern warnt vor zuviel Einflussnahme durch den Bund auf die Krankenhäuser. So müsse die Krankenhausplanung weiterhin Sache der Bundesländer bleiben, erklärte der Vorsitzende der Krankenhausgesellschaft, Wolfgang Gagzow, am Mittwoch nach dem 12. Krankenhaustag in Güstrow. Dort diskutierten Fachleute der 37 Krankenhäuser im Land mit Politikern und Vertretern von Krankenkassen.

Gagzow zufolge will der Gemeinsame Bundesausschuss künftig durch die Vorgabe von Qualitätskriterien Einfluss auf die Krankenhausplanung nehmen. Der Ausschuss ist das oberste Beschlussgremium der Selbstverwaltung der Ärzte, Zahnärzte, Psychotherapeuten, Krankenhäuser und Krankenkassen in Deutschland. Gagzow erklärte, die Kliniken würden ständig an Qualitätsverbesserungen arbeiten. Er befürchtet, dass der Bundesausschuss bundesweite Kriterien festlegt, die keine regionalen Besonderheiten wie Erreichbarkeit und Infrastruktur berücksichtigen.

Vor allem kritisiert die Krankenhausgesellschaft die Festlegung von Mindestzahlen an Operationen als Qualitätskriterien. Damit werde bei kleinen Krankenhäusern „gleich die Axt an einen Standort gelegt“, sagte Gagzow. Auch personelle Vorgaben seien vielfach nicht einzuhalten. So gebe es in Mecklenburg-Vorpommern nicht an jedem Krankenhaus einen Hygienearzt, sondern nur an drei Häusern. Die Alternative zur Schließung von 34 Häusern sei, sich zu verpflichten, alles dafür zu tun, die Hygienestandards dennoch einzuhalten.

Die Krankenhäuser würden sich aber einem Qualitätswettbewerb nicht verweigern, sagte er. So gebe es Qualitätskriterien, die bundesweit bei jedem Patienten eins zu eins umzusetzen seien, etwa bei der Wundheilung. „Wir sind dafür, dass der Bundesausschuss Qualitätsregularien entwickelt, die die Landesregierung anschließend auf den Prüfstand stellt“, sagte Gagzow.