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Litsch: Morbi-RSA muss ständig weiterentwickelt werden

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Martin Litsch

(04.01.17) In der Diskussion um den morbiditätsorientierten Risikostrukturausgleich (Morbi-RSA) plädiert der Vorstandsvorsitzende des AOK-Bundesverbandes, Martin Litsch, für eine ständige Weiterentwicklung des Finanzausgleichs zwischen den Krankenkassen. Dazu werde das jüngst vom Bundesgesundheitsministerium in Auftrag gegebene Gutachten die notwendige Grundlage geben. "Dann werden wir sehen, ob neue Fakten zur Vermeidung von Risikoselektion vorliegen. Denn nur das rechtfertigt auch Änderungen im Morbi-RSA", sagte Litsch am Mittwoch (4. Januar) der Deutschen Presse-Agentur (dpa).

Für Litsch ist der Morbi-RSA "der beste Ausgleichsmechanismus, den wir bisher hatten". Hier würden die Zuweisungen je nach Versichertenfall am zielgenauesten erfolgen. Laut dem AOK-Vorstandschef lag die Beitragsspreizung zwischen den einzelnen Kassen im Jahr 2008, also vor Einführung des Finanzausgleichs, bei 5,2 Prozentpunkten, jetzt bei 1,5 Prozentpunkten. Der Morbi-RSA schaue nicht auf die Kassenart. "Es ist dem Morbi-RSA egal, wo einer versichert ist, sondern er guckt auf die Person und welche Krankheit sie hat, wie alt sie ist, nach Geschlecht und so weiter", so Litsch.

Entsprechend bevorzuge der Morbi-RSA auch keine einzelne Kassenart. Litsch: "Wenn die AOKen heute einen größeren Überschuss erwirtschaften als andere Kassenarten, hängt das auch mit der Geschäftspolitik zusammen."
 

Dossier Morbiditätsorientierter Risikostrukturausgleich