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Fachtagung zum Thema "E-Mental-Health" mit Ergebnissen zu MoodGYM

Foto Podiumsdiskussion Fachtagung E-Mental-Health - 18.10.16

V. l.: Prof. Dr. Attila Altiner, Dr. Dietrich Munz, Dr. Iris Hauth, Hans-Bernhard Henkel-Hoving (Mod.),
PD Dr. Melanie Luppa, Dr. Gerhard Schillinger

Auf einer Fachtagung zum Thema "E-Mental-Health" sind am Dienstag (18. Oktober) im AOK-Bundesverband Ergebnisse  einer Studie der Universität Leipzig zum Online-Selbsthilfeprogramm "MoodGYM" für Patienten mit Depressionen vorgestellt worden. Sie  zeigen: Das Programm, das von Wissenschaftlern der Australian National University entwickelt worden ist, kann auch in Deutschland erfolgreich zur Unterstützung der ärztlichen  Behandlung eingesetzt werden. Etwa 70 Experten aus Praxis, Wissenschaft und Krankenkassen diskutierten auf der Fachtagung über die MoodGYM-Ergebnisse, aber auch ganz generell über Chancen und Grenzen von Online-Programmen bei psychischen Erkrankungen.

Der AOK-Bundesverband hat die Übersetzung und Evaluation der deutschen Version von MoodGYM gefördert. Das Angebot ist inzwischen unter der Adresse www.moodgym.de für alle Interessierten frei zugänglich. Ärzte und Therapeuten können das kostenlose Programm allen geeigneten Patienten anbieten -  unabhängig von der Kassenzugehörigkeit.

MoodGYM eignet sich beispielsweise zur schnellen Unterstützung von Patienten, die auf einen Psychotherapieplatz warten. Bei ersten Anzeichen einzelner depressiver Symptome kann es aber auch vorbeugend angeboten werden - zum Beispiel von psychologischen Beratungsstellen. Darüber hinaus kann es eine wertvolle Hilfe für Fachexperten wie Psychiater und Psychotherapeuten sein, indem psychoedukative Inhalte auch über das Online-Programm vermittelt werden können beziehungsweise von den Patienten zusätzlich mit dem Online-Programm erarbeitet werden können. Eine Anwendungsstudie hat zudem gezeigt, dass MoodGym auch als Zusatzangebot in psychiatrischen Kliniken große Akzeptanz findet.

Materialen der Fachtagung am 18. Oktober 2016:

MoodGym ist schon seit über zehn Jahren im praktischen Einsatz. Das Programm basiert auf den Prinzipien der kognitiven Verhaltenstherapie und hilft den Patienten mit Übungen dabei, wenig hilfreiche Gedankenmuster zu erkennen und durch neue zu ersetzen. Das "Gedankentraining" besteht aus fünf Modulen und hat weltweit inzwischen mehr als eine Million registrierte Nutzer.