Morbidität/Multimorbidität

ist ein Gesundheitsindikator, mit dem die Häufigkeit von Erkrankungsfällen in einer bestimmten Bevölkerungsgruppe in einem definierten Zeitraum gemessen wird. Morbidität wird durch bestimmte Kennziffern wie die Inzidenz und Prävalenz beschrieben. Morbidität wird auch als Maßstab verwandt, um medizinische Interventionen im Hinblick auf ihr Outcome miteinander zu vergleichen. Bestehen mehrere Krankheiten gleichzeitig, spricht man von Multimorbidität. Sie tritt typischerweise im Alter auf.

Mit den besonderen Anforderungen an die Versorgung von multimorbiden älteren Menschen hat sich der Sachverständigenrat zur Begutachtung der Entwicklung im Gesundheitswesen in seinem 2009 vorgelegten Sondergutachten "Kooperation und Integration – Gesundheitsversorgung in einer Gesellschaft des längeren Lebens" ausführlich befasst.

In der gesetzlichen Krankenversicherung spielt die Morbidität der Versicherten seit 2009 auch im Rahmen des Risikostrukturausgleichs eine wichtige Rolle. Dieser stellt den zentralen Schlüssel zur Verteilung der Finanzmittel aus dem Gesundheitsfonds auf die Krankenkassen dar. Um den unterschiedlichen Ausgabenrisiken der Versicherten Rechnung zu tragen und auf diese Weise für annähernd gleiche Bedingungen im Krankenkassenwettbewerb zu sorgen, wird bei der Ermittlung der Zuweisungen aus dem Gesundheitsfonds für bis zu 80 Krankheiten ein gesonderter Morbiditätszuschlag berücksichtigt.

§§ 266, 268 SGB V
morbiditätsorientierter Risikostrukturausgleich