Hausarztzentrierte Versorgung

Die hausarztzentrierte Versorgung wurde mit dem GKV-Modernisierungsgesetz 2004 zunächst als Soll-Bestimmung eingeführt, die mit dem GKV-Wettbewerbsstärkungsgesetz vom 26. März 2007 in eine verpflichtende Vorschrift umgewandelt wurde. Demnach haben Krankenkassen ihren Versicherten eine besondere hausärztliche Versorgung anzubieten, die an spezifische Anforderungen gebunden ist. Die Verträge werden mit als Vertragsärzte zugelassenen Hausärzten beziehungsweise deren Gemeinschaften abgeschlossen. Die Kassenärztlichen Vereinigungen können diese Aufgabe nur mit der Ermächtigung von entsprechenden Vertragsärzten oder deren Gemeinschaften wahrnehmen. Die an der hausarztzentrierten Versorgung teilnehmenden Vertragsärzte (Allgemeinmediziner, hausärztliche Internisten) müssen folgende Bedingungen erfüllen: Teilnahme an strukturierten Qualitätszirkeln und an speziellen Fortbildungskursen für Hausärzte sowie Orientierung an anerkannten Konzepten zum Qualitätsmanagement und Behandlung nach für die hausärztliche Versorgung entwickelten, evidenzbasierten und praxiserprobten Leitlinien.

Die Teilnahme der Versicherten an der hausarztzentrierten Versorgung ist freiwillig. Sie müssen sich aber verpflichten, einen Arzt aus dem Kreis der mit ihrer Kasse kontrahierenden Hausärzte zu wählen und Fachärzte nur auf dessen Überweisung hin aufzusuchen (Ausnahme: Augenärzte und Gynäkologen). Die Kassen können in ihren Satzungen unter anderem regeln, ob und welche Anreize beziehungsweise Vergünstigungen den an der hausarztzentrierten Versorgung teilnehmenden Versicherten gewährt werden.

Die Vergütung im Rahmen der hausarztzentrierten Versorgung kann in Selektivverträgen der Krankenkassen außerhalb der Gesamtvergütung für Vertragsärzte geregelt, die dann entsprechend bereinigt werden muss. Die Verträge müssen seit dem 1. April 2014 Kriterien für die Wirtschaftlichkeit und Maßnahmen zu deren Umsetzung sowie Regelungen zur Qualitätssicherung enthalten, die über die allgemeine hausärztliche Qualitätssicherung hinausgehen. Die Einhaltung der Wirtschaftlichkeitskriterien muss spätestens nach vier Jahren nachweisbar sein.

§ 73b SGB V