Gesundheitsberufe, nichtärztliche

Im deutschen Gesundheitswesen waren 2010 insgesamt über 4,8 Millionen Menschen beschäftigt, davon mit mehr als 2,7 Millionen weit über die Hälfte in speziellen Gesundheitsdienstberufen. Neben fast 500.000 Beschäftigten in den akademischen Berufen der Ärzte, Apotheker, Psychotherapeuten und Zahnärzte waren über 2,2 Millionen Beschäftigte in über 40 nichtärztlichen Gesundheitsdienstberufen in der unmittelbaren Gesundheitsversorgung tätig.

Unter diesen nichtärztlichen Gesundheitsdienstberufen stellten im Jahr 2010 mit 827.000 Beschäftigten die Gesundheits- und Krankenpfleger und -pflegerinnen die zahlenmäßig bedeutendste Berufsgruppe, gefolgt von den medizinischen und zahnmedizinischen Fachangestellten (639.000 Beschäftigte). Die Arbeitsmarktstatistik verzeichnet bei allen Gesundheitsberufen seit Jahren einen stetigen Beschäftigtenzuwachs. Angesichts des demografischen Wandels ist insbesondere im Bereich der Altenpflege mit einem zunehmenden Arbeitskräftebedarf zu rechnen, für den frühzeitig Vorkehrungen getroffen werden müssen.

Die Beschäftigten in den nichtärztlichen Gesundheitsberufen sind überwiegend weiblich. Während der Frauenanteil in den akademischen Gesundheitsberufen - bei ständigem Zuwachs - noch knapp unter der 50-Prozent-Grenze liegt, beträgt er in den übrigen Gesundheitsdienstberufen 87 Prozent. Die medizinischen und zahnmedizinischen Fachangestellten sind sogar fast ausnahmslos Frauen. Die daraus resultierenden besonderen Anforderungen an die Vereinbarkeit von Familie und Beruf müssen künftig verstärkt berücksichtigt werden.

Auch durch verbesserte Aufstiegschancen und mehr Eigenverantwortung könnten die nichtärztlichen Gesundheitsberufe an Attraktivität gewinnen. Voraussetzung dafür wären erhöhte Qualifikationsanforderungen (Stichwort: "Akademisierung der Pflege"), wie sie in den meisten übrigen EU-Ländern bereits bestehen. Dies würde auch größere Spielräume für eine Aufgabenneuverteilung zwischen ärztlichen und nichtärztlichen Gesundheitsberufen in Teamstrukturen eröffnen, was wiederum zur Vermeidung von Versorgungsengpässen insbesondere im ländlichen Raum beitragen könnte.