Einzelleistungsvergütung

ist eine Vergütungsform, in der im Unterschied zur Fallpauschale oder Leistungskomplexvergütung einzelne ärztliche Leistungen bewertet und honoriert werden. Nach diesem Prinzip wird die Gebührenordnung Ärzte bzw. Zahnärzte (GOÄ, GOZ) für Privatpatienten gestaltet, in der über 6000 Leistungen mit Punktzahlen bewertet werden, die multipliziert mit dem Punktwert deren Preis ergeben. Auch der in der vertragsärztlichen Versorgung geltende Einheitliche Bewertungsmaßstab (EBM) funktionierte bis 2004 grundsätzlich nach diesem Prinzip, wobei es jedoch im Unterschied zur GOÄ/GOZ keinen festen, sondern einen floatenden Punktwert gab, der sich aus der Gesamtvergütung der Vertragsärztinnen und -ärzte und der Zahl der insgesamt von den Mitgliedern einer Kassenärztlichen Vereinigung erbrachten, in Punktzahlen gemessenen Leistungen ergab. Die EBM-Reform 2005 führte Leistungskomplexvergütungen und Regelleistungsvolumina ein. Mit dem GKV-Wettbewerbsstärkungsgesetz wurde ab dem 1. Januar 2009 eine Euro-Gebührenordnung eingeführt, die Einzelleistungsvergütungen auf besondere Leistungen wie etwa Hausbesuche und spezifische fachärztliche Leistungen reduziert und weitgehend Pauschalvergütungen enthält.

§§ 87 ff. SGB V