Arbeitgeberanteil

Die Beiträge zur Sozialversicherung werden grundsätzlich von Versicherten und ihren Arbeitgebern paritätisch getragen. Der Arbeitgeber hat für bestimmte Personenkreise die Beiträge allein zu übernehmen, zum Beispiel für Personen,

  • die zur Berufsausbildung beschäftigt sind und deren monatliches Arbeitsentgelt 325 Euro (2015) nicht übersteigt,
  • die ein freiwilliges soziales oder ökologisches Jahr leisten,
  • die Kurzarbeitergeld beziehen,
  • die in einer geringfügig entlohnten Beschäftigung (Minijob) versicherungsfrei sind.

Auch in der gesetzlichen Unfallversicherung und für das Insolvenzgeld trägt der Arbeitgeber die Umlage allein.

In der gesetzlichen Krankenversicherung wird seit 2005 vom Grundsatz der strikten Parität abgewichen, nach der beide Seiten jeweils 50 Prozent der Beiträge tragen. Zwischen dem 1. Juli 2005 und dem 31. Dezember 2014 zahlten die GKV-Mitglieder einen Sonderbeitrag von 0,9 Prozent des beitragspflichtigen Entgelt zusätzlich zum allgemeinen Beitragssatz. Das GKV-Finanzstruktur- und Qualitäts-Weiterentwicklungsgesetz vom Juli 2014 setzte den allgemeinen Beitragssatz zum 1. Januar 2015 auf 14,6 Prozent des beitragspflichtigen Entgelts fest, der je zur Hälfte von Arbeitgebern und Arbeitnehmern aufgebracht wird. Kommt eine Krankenkasse mit den Zuweisungen aus dem Gesundheitsfonds nicht aus, muss sie einen einkommensabhängigen Zusatzbeitrag erheben, den allein die Mitglieder bezahlen.

Die freiwillig in der GKV und privat versicherten Arbeitnehmer erhalten von ihrem Arbeitgeber einen Beitragszuschuss von maximal 301,13 Euro (Stand: 2015).

In der sozialen Pflegeversicherung gibt es eine Besonderheit im Bundesland Sachsen. Hier beträgt der Arbeitgeberanteil lediglich 0,675 Prozent, im übrigen Bundesgebiet liegt er bei 1,175 Prozent (Stand: 2015).


§§ 358 ff. SGB III, 20 Abs. 3 SGB IV, 249 ff. SGB V, 168 SGB VI, 58 SGB XI

Einnahmen, beitragspflichtige