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Positive Finanzentwicklung der gesetzlichen Krankenversicherung hält an

Kassen in den ersten drei Quartalen 2016 mit Plus - Saisonübliches Defizit im Gesundheitsfonds

(08.12.16) Die gesetzlichen Krankenkassen verzeichnen in den ersten drei Quartalen 2016 einen Überschuss von 1,55 Milliarden Euro. Wie das Bundesgesundheitsministerium am Donnerstag (8. Dezember) mitteilte, belaufen sich die Einnahmen auf rund 167,65 Milliarden Euro; denen stehen Ausgaben in Höhe von 166,10 Milliarden Euro gegenüber. Damit erhöhten sich die Finanzreserven der Krankenkassen auf insgesamt mehr als 16 Milliarden Euro. In den ersten drei Quartalen 2015 hatten die Kassen noch ein Defizit von 359 Millionen Euro. Das Bundesgesundheitsministerium führt das Finanzergebnis darauf zurück, dass sich die Ausgabenentwicklung mit einem Anstieg von 3,2 Prozent je Versicherten "deutlich abgeflacht" habe bei einer gleichzeitig "guten, wenn auch etwas moderateren Einnahmentwicklung".

Der Gesundheitsfonds weist nach drei Quartalen einen "saisonüblichen Ausgabenüberhang" von 3,75 Milliarden Euro aus. 2015 lag das Minus nach den ersten neun Monaten noch bei 4,95 Milliarden Euro. Da wie üblich im vierten Quartal zusätzliche Beitragseinnahmen aufgrund von Sonderzahlungen wie Weihnachtsgeld anstehen, geht das Ministerium von einer weiteren positiven Entwicklung aus.

Nach Kassenarten erzielten die Ersatzkassen mit 755 Millionen Euro die höchsten Überschüssen. Danach folgen die AOK-Gemeinschaft (plus 559 Millionen Euro), die Betriebskrankenkassen (plus 91 Millionen Euro), die Knappschaft-Bahn-See (plus 125 Millionen Euro) und die landwirtschaftliche Krankenversicherung (plus 26 Millionen Euro). Lediglich  die Innungskrankenkassen verzeichneten ein Minus von sieben Millionen Euro.

Das Plus von 46 Prozent bei den Präventionsausgaben nennt das Ministerium eine "erfreuliche Entwicklung". Ursache dafür seien die Vorgaben des Präventionsgesetzes. Zu dem vergleichsweise moderaten Anstieg der Krankenhausausgaben von 2,4 Prozent je Versicherten verweist das Ministerium darauf, dass sich noch nicht alle Teile des Krankenhausstrukturgesetzes (KHSG) finanziell ausgewirkt hätten.

 

Ausgaben der GKV in den ersten neun Monaten 2016 in ausgewählten Bereichen

Veränderungsrate je Versicherten gegenüber den ersten drei Quartalen 2015 in der GKV und der AOK

Ausgaben in Milliarden EuroVeränderungsrate GKVVeränderungsrate AOK
(Quelle: BMG, KV-45-Zahlen, 08.12.16)
Ärztliche Behandlung30,498 + 3,6 %+ 2,9 %
Zahnärztliche Behandlung 7,922+ 3,3 %+ 3,7 %
Zahnersatz 2,427- 0,9 %- 2,0 %
Arzneimittel 28,654+ 2,8 %+ 0,3 %
Hilfsmittel6,133+ 3,0 %+ 0,6 %
Heilmittel4,984+ 6,2 %+ 7,2 %
Krankenhaus55,584+ 2,5 %+ 1,1 %
Krankengeld8,760+ 3,4 %+ 3,9 %
Fahrkosten3,914+ 3,9 %+ 1,6 %
Vorsorge- und Reha-Maßnahmen2,586+ 2,3 %+ 2,0 %
Schutzimpfungen0,856- 3,3 %- 6,6 %
Schwangerschaft/Mutterschaft ohne stationäre Entbindung 0,985+ 6,2 %+ 11,8 %
Häusliche Krankenpflege 4,283+ 7,8 %+ 5,3 %
Netto-Verwaltungskosten7,648+ 4,3 %+ 7,5 %