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GKV-Finanzergebnis: Krankenkassen im ersten Halbjahr 2016 im Plus

(05.09.16) Die gesetzlichen Krankenkassen haben im ersten Halbjahr 2016 ein Plus von 598 Milionen Euro erzielt. Wie das Bundesgesundheitsministerium am Montag (5. September) mitteilte, beliefen sich die Einnahmen in den ersten sechs Monaten auf 111,6 Milliarden Euro, denen Ausgaben von rund 111 Milliarden Euro gegenüber standen. Die Finanzreserven der Kassen betragen derzeit rund 15,1 Milliarden Euro. Im ersten Halbjahr 2015 verzeichneten die Kassen noch ein Minus von 491 Millionen Euro.

Den Angaben zufolge verzeichneten alle Kassenarten ein positives Ergebnis: die Ersatzkassen mit rund 316 Millionen Euro Überschuss, die AOK-Gemeinschaft mit 125 Millionen Euro, die Betriebskrankenkassen (BKK) mit 40 Millionen Euro, die Innungskrankenkassen (IKK) mit 21 Millionen Euro, die Knappschaft-Bahn-See mit 84 Millionen Euro und die landwirtschaftliche Krankenversicherung mit zwölf Millionen Euro. Das Ministerium verweist darauf, dass von den Krankenkassen im ersten Halbjahr 2016 per Saldo insgesamt Verpflichtungen von rund 415 Millionen Euro im Rahmen des Risikostrukturausgleichs und des Einkommensausgleichs ausgewiesen worden seien, "ohne dass entsprechende Forderungen anderer Krankenkassen diese zum Ausgleich bringen konnten". Dieser Sondereffekt sei auf das "Vorsichtsprinzip bei der Buchführung zurückzuführen". Ohne diesen Effekt geht das Ministerium von einem Gesamtüberschuss von rund einer Milliarde Euro aus.

Der Gesundheitsfonds weist ein Defizit von 3,3 Milliarden Euro aus; im ersten Halbjahr 2015 waren es noch 3,9 Miliarden Euro. Das Ministerium bezeichnet diese Entwicklung als "saisonüblich". Daraus lasse sich keine Rückschlüsse auf die Jahresentwicklung ziehen.

Die Ausgaben je Versicherten sind im ersten Halbjahr um 3,2 Prozent gestiegen. Im Gesamtjahr 2015 lag der Anstieg bei 3,7 Prozent. Den Rückgang führt das Ministerium auch auf gestiegene Versichertenzahlen zurück. Dem Präventionsgesetz mit deutlich angehobenen Ausgabenvorgaben ist ein 42-Prozent-Plus bei den Kassenausgaben für Präventionsleistungen geschuldet. Das entspricht einem Zuwachs von zuletzt 157 auf 224 Millionen Euro.

 

Ausgaben der GKV im ersten Halbjahr 2016 in ausgewählten Bereichen

Veränderungsrate je Versicherten gegenüber dem ersten Halbjahr 2015 in der GKV und der AOK

Ausgaben in Milliarden EuroVeränderungsrate GKVVeränderungsrate AOK
(Quelle: BMG, KV-45-Zahlen, 05.09.16)
Ärztliche Behandlung20,4963,73,5
Zahnärztliche Behandlung 5,3102,63,4
Zahnersatz 1,640-0,5-1,1
Arzneimittel 19,1133,01,1
Hilfsmittel4,0432,60,3
Heilmittel3,2736,78,4
Krankenhaus37,3252,41,3
Krankengeld5,9183,63,8
Fahrkosten2,6035,23,1
Vorsorge- und Reha-Maßnahmen1,7123,12,6
Schutzimpfungen0,5642,2-0,2
Schwangerschaft/Mutterschaft ohne stationäre Entbindung 0,6396,511,8
Häusliche Krankenpflege 2,8368,45,0
Netto-Verwaltungskosten5,0314,56,8