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GKV-Finanzergebnis 2014: Erstes Minus seit 2010

(04.03.15) 2014 haben die gesetzlichen Krankenkassen erstmals seit 2010 ein Defizit verbuchen müssen. Wie das Bundesgesundheitsministerium am Mittwoch (4. März) mitteilte, beliefen sich die Ausgaben auf insgesamt 205,3 Milliarden Euro. Denen standen Einnahmen von 204,1 Milliarden Euro gegenüber. Das Minus von knapp 1,2 Milliarden Euro führt das Ministerium in erster Linie auf Prämienzahlungen und freiwillige Satzungsleistungen der Kassen zurück. 

Der Gesundheitsfonds verzeichnet den Angaben zufolge ein Minus von 1,12 Milliarden Euro. Dabei seien die Mehrausgaben für die vertragsärztliche Vergütung, die durch die Abschaffung der Praxisgebühr entstanden seien, die gesetzlich veranlassten Mehrausgaben für Krankenhäuser sowie die Absenkung des Bundeszuschusses um 3,5 Milliarden Euro durch eine Entnahme aus der Liquiditätsreserve gedeckt worden. Diese beträgt laut Ministerium 12,5 Milliarden Euro. Zuzüglich der Rücklagen der Kassen in Höhe von 15,5 Milliarden Euro belaufen sich die Finanzreserven der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) auf rund 28 Milliarden Euro. Ende 2013 waren es noch 30,3 Milliarden Euro. 

Die höchsten Steigerungsraten verzeichnen die Krankenkassen bei den Arzneimittelausgaben, ein Plus von 9,0 Prozent je Versicherten auf 35,53 Milliarden Euro. Als Ursachen nennt das Ministerium den verringerten Herstellerrabatt für patentgeschützte Arzneimittel und die hohen Ausgaben für neu zugelassene Medikamente zur Behandlung der Hepatitis C. 

 

Ausgaben der GKV im Jahr 2014 in ausgewählten Bereichen

Veränderungsrate je Versicherten gegenüber dem Jahr 2013 in der GKV und der AOK

Ausgaben in Milliarden EuroVeränderungsrate GKVVeränderungsrate AOK
(Quelle: BMG, KV-45-Zahlen, 04.03.15)
Ärztliche Behandlung37,50+ 3,9 %+ 2,7 %
Zahnärztliche Behandlung9,86+ 3,5 %+ 3,7 %
Zahnersatz3,21+ 2,6 % + 3,1 %
Arzneimittel35,35+ 9,0 %+ 8,9 %
Hilfsmittel7,86+ 8,2 % 9,5 %
Heilmittel5,94+ 6,2 %+ 7,7 %
Krankenhaus68,55+ 3,9 %+ 3,3 %
Krankengeld10,62+ 8,2 %+ 10,1 %
Fahrkosten4,54+ 3,1 % + 2,4 %
Vorsorge- und Reha-Maßnahmen3,21+ 3,0 % + 4,0 %
Schutzimpfungen1,01+ 5,6 %+ 14,0 %
Schwangerschaft/Mutterschaft ohne stationäre Entbindung1,21+ 4,9 %+ 7,3 %
Häusliche Krankenpflege4,83+ 10,2 % + 8,7 %
Netto-Verwaltungskosten9,97+ 0,2 %+ 1,1 %