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2017 schließt mit stabiler Kassenlage

(02.03.18) Zu Beginn der neuen Legislaturperiode sieht der scheidende Bundesgesundheitsminister Herman Gröhe gut aufgestellt. Die gesetzlichen Krankenkassen haben das Jahr 2017 mit einem Plus von rund 3,15 Milliarden Euro abgeschlossen, so weisen es die vorläufigen Finanzergebnisse (KV 45) über alle vier Quartale aus. 2016 hatte der Überschuss bei 1,62 Milliarden Euro gelegen. Einnahmen in Höhe von rund 233,72 Milliarden Euro standen Ausgaben von rund 230,56 Milliarden Euro gegenüber. Alle Kassenarten konnten ihr Finanzergebnis gegenüber dem Vorjahr verbessern. Dieser Trend hat sich auch im vierten Quartal fortgesetzt. Die Finanzreserven der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) lagen Ende 2017 bei etwa 19,2 Milliarden Euro. Die durchschnittliche Finanzreserve sämtlicher Krankenkassen beträgt etwa eine Monatsausgabe.

Gröhe spricht von einer guten Grundlage für die nächste Legislaturperiode. Die konjunkturellen Rahmenbedingungen stimmen, Für 2018 erwartet das Bundesgesundheitsministerium eine moderate die Ausgabenentwicklung. Gleichwohl stehe das Gesundheitswesen in den nächsten Jahren vor großen Herausforderungen. Die Verbesserung der Gesundheitsversorgung, bessere Arbeitsbedingungen in der Krankenpflege, die notwendigen Investitionen in die Digitalisierung und damit in die Modernisierung seien mit steigenden Ausgaben verbunden. Diesen Herausforderungen bräuchten eine nachhaltige und starke Finanzierungsbasis.

Laut Ministerium sind die Ausgaben je Versicherten um rund 2,9 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum gestiegen. Bei den Arzneimittelausgaben lag die Rate bei 4,0 Prozent. Für die vertragsärztliche Versorgung gaben die Kassen pro Versicherten 4,9 Prozent mehr aus und für die Krankenhausbehandlung 2,6 Prozent mehr. Die höchste Steigerungsrate je Versichernten verzeichnet das Ministerium bei den Ausgaben für die Behandlungspflege und häusliche Krankenpflege: plus 5,1 Prozent.

Ausgaben der GKV im Jahr 2017 in ausgewählten Bereichen

Veränderungsrate je Versicherten gegenüber dem Jahr 2016 in der GKV und der AOK

Ausgaben in Milliarden EuroVeränderungsrate GKVVeränderungsrate AOK
(Quelle: BMG, KV-45-Zahlen, 02.03.18)
Ärztliche Behandlung42,641+3,7 % +3,2 %
Zahnärztliche Behandlung 10,821+0,8 % +1,9 %
Zahnersatz 3,296-0,1 % +0,2%
Arzneimittel39,882+2,8 % +0,9%
Hilfsmittel8,523+1,6 % -0,4 %
Heilmittel7,123+3,3 % +2,6 %
Krankenhaus75,579+1,4 % +/-0,0 %
Krankengeld12,276+4,0 % +4,7 %
Fahrkosten5,584+4,9 % +3,5 %
Vorsorge- und Reha-Maßnahmen3,516+1,2 %+0,6 %
Schutzimpfungen1,125+0,1 %+5,0 %
Schwangerschaft/Mutterschaft ohne stationäre Entbindung1,395+3,7 % +6,6%
Häusliche Krankenpflege6,133+5,1 %+2,5 %
Netto-Verwaltungskosten 10,877-1,62%+2,1 %