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GKV-Finanzergebnis 01/2018: Leicht gesunkene Überschüsse

(21.06.18) Der neue Bundesgesundheitsminister Jens Spahn sieht sich trotz gesunkener Überschüsse in seinen Einschätzungen durch die vorläufigen GKV-Finanzergebnisse (KV 45) des ersten Quartals 2018 bestätigt. "Wir liegen mit unserem Versichertenentlastungsgesetz richtig. Die Krankenkassen häufen aufgrund der guten wirtschaftlichen Lage immer weiter Finanzreserven an", so Spahn. Deshalb sei es richtig, dass Krankenkassen sobald wie möglich ihre übermäßig hohen Rücklagen abbauten, um Arbeitnehmer und Rentner zu entlasten.

Die Krankenkassen haben in den ersten drei Monaten des Jahres ein Plus von rund 416 Millionen Euro erzielt. Das sind knapp 200 Millionen weniger als noch vor Jahresfrist. Die Einnahmen lagen bei 60,1 Milliarden Euro, die Ausgaben bei 59,7 Milliarden Euro gegenüber. Die Finanzreserven stiegen bis Ende März 2018 auf rund 19,9 Milliarden Euro, im Vorjahresvergleich ein Zuwachs von 3,2 Milliarden Euro. Alle Krankenkassen schlossen das erste Quartal mit schwarzen Zahlen ab. Einzig die Landwirtschaftliche Krankenversicherung machte ein leichte Minus von drei Millionen Euro.

Die Leistungsausgaben pro Versicherten inklusive der Verwaltungskosten wuchsen um 3,5 Prozent. Die Versichertenzahlen verzeichneten einen Anstieg von knapp einem Prozent. Damit sind die Einnahmen der Krankenkassen um 3,3 Prozent gestiegen.  Der durchschnittlich von den Krankenkassen erhobene Zusatzbeitragssatz lag bei 1,08 Prozent und damit um 0,03 Prozentpunkte unterhalb des Vergleichsquartals.

Ausgaben der GKV im ersten Quartal 2018 in ausgewählten Bereichen

Veränderungsrate je Versicherten gegenüber dem ersten Quartal 2017 in der GKV und der AOK

Ausgaben in Milliarden EuroVeränderungsrate GKVVeränderungsrate AOK
(Quelle: BMG, KV-45-Zahlen, 21.06.18)
Ärztliche Behandlung11,068+1,9 %+0,4 %
Zahnärztliche Behandlung 2,854+1,9 %+2,9 %
Zahnersatz 0,803+1,2 %+1,5 %
Arzneimittel10,227+2,9 %+1,6 %
Hilfsmittel 2,147+4,5 %+1,9 %
Heilmittel 1,814+7,7 %+8,1 %
Krankenhaus 19,877+1,1 %-0,2 %
Krankengeld 3,37+5,2 %+5,9 %
Fahrkosten 1,483+6,6 %+5,8 %
Vorsorge- und Reha-Maßnahmen0,877+3,9 %+3,6 %
Schutzimpfungen 0,293+2,3 %-1,2 %
Schwangerschaft/Mutterschaft ohne stationäre Entbindung 0,347+3,3 %5,9 %
Häusliche Krankenpflege 1,567+5,5 %+3,1 %
Netto-Verwaltungskosten 2,599+2,6 %+1,4 %