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G+G 03/18: Wie Schwarz-Rot punkten will

Gesundheit und Pflege im Koalitionsvertrag - eine kritische Analyse

Titel: G+G 03/18 - kh

E-Health, Notfallversorgung, Pflegestellen - der schwarz-rote Koalitionsvertrag enthält manch gute Reformansätze - nicht aber beim Wettbewerb und dem Thema "Bessere Klinikstrukturen". Die Märzausgabe des AOK-Forums "Gesundheit und Gesellschaft" (G+G) beinhaltet einen kritischen Blick von Kai Senf, Politikchef des AOK-Bundesverbandes, ins achtseitige Gesundheitskapitel und eine Leserumfrage zum Koalitionsvertrag.

Apropos Klinikstrukturen: Manches Krankenhaus überlebt nur, weil die Bürgerinnen und Bürger in der Region für den Fortbestand stimmen. Nicht immer ist das versorgungspolitisch und betriebswirtschaftlich sinnvoll. Müssten sie für den Erhalt zahlen, könnte ihr Votum anders ausfallen, schreiben der Volkswirt Prof. Dr. Andreas Beivers und die Betriebswirtin Prof. Dr. Lilia Waehlert. Beide sind Studiendekane der Hochschule Fresenius.

Und: In einer Kieler Demenz-WG sorgt Roboter Emma für Schwung. Mit ihren Kulleraugen wirkt sie sympathisch, aber sie braucht etwas zum Anziehen, finden die Bewohner. Der Hightech-Helfer unterstützt die Betreuer, ist aber kein Ersatz für menschliche Zuwendung.

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Wie Schwarz-Rot punkten will

Foto: Kai Senf

Kai Senf

Dauerreformbaustelle, Haifischbecken, Milliardengrab: Der Gesundheitspolitik werden allgemeinhin nicht die positivsten Attribute zugeschrieben. Unter anderem deshalb wirken Reformansätze oft eher zögerlich. Mehr Mut fordert der Politikchef des AOK Bundesverbandes Kai Senf in seiner umfassenden Analyse des Koalitionsvertrages von Union und SPD. "Denn es besteht in vielen Bereichen dringender Handlungsbedarf, um die medizinisch-pflegerische Versorgung in Deutschland zukunftsfest zu machen",  schreibt Senf in der G+G-Märzausgabe. Wenn Strukturreformen tatsächlich angegangen würden, dann gelänge es auch, den Seehoferschen Aphorismus zu widerlegen, wonach sich mit Gesundheitspolitik keine Wahl gewinnen, aber jede Wahl verlieren lasse.

Senf ist bereit, der dritten großen Koalition unter Angela Merkel einen Vertrauensvorschuss einzuräumen. Der Koalitionsvertrag setze im Kapitel "Gesundheit und Pflege" die richtigen Akzente. Stellvertretend nennt Senf die angestrebte Verbesserung der Personalsituation in der Kranken- und Altenpflege sowie die angekündigte Beschleunigung der Digitalisierung. Auch beim schon seit längerem intensiv diskutierten Abbau der Sektorengrenzen zeige die GroKo Reformwillen.

Wie Schwarz-Rot punkten will

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Beim Fleisch ist weniger mehr

Foto: Prof. Dr. Hubert Weiger

Prof. Dr. Hubert Weiger

Den Verzehr von maximal 30 Kilogramm Fleisch pro Jahr beziehungsweise  zwischen 300 und 600 Gramm pro Woche empfiehlt die Deutsche Gesellschaft für Ernährung. Etwa doppelt so viel isst jeder Bundesbürger in Wirklichkeit im Schnitt durchschnittlich. "Niemand lässt sich gerne vorschreiben, was auf dem Teller landet", weiß der Vorsitzende des Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland, Prof. Dr. Hubert Weiger. "Dennoch: Wenn wir weniger Fleisch essen, schützen wir Gesundheit, Umwelt und Klima."

Weiger lehrte an den Universitäten Kassel und München das Fach Naturschutz. Der Forstwissenschaftler fordert im G+G-Einwurf mehr staatliches Engagement für einen ökologischen Wandel in der Tierhaltung. "Die zivilgesellschaftlichen Initiativen zur Verringerung des Fleischverzehrs sind zwar wichtig, können aber staatliches Handeln nicht ersetzen", schreibt Weiger.

Ein freiwilliges Label reicht dem Naturschützer nicht. Er plädiert für die Einführung einer staatlichen Haltungskennzeichnung.

Beim Fleisch ist weniger mehr

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