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G+G 01/18: Kompetenz für den Körper

Nationaler Aktionsplan: Wie Menschen Wissen über Gesundheit gewinnen

Titelbild G+G 02/18

Informationen zu Gesundheit und Krankheit finden, verstehen und anwenden- jeder zweite in Deutschland hat damit Probleme. Der Nationale Aktionsplan Gesundheitskompetenz, den der scheidende Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe jüngst entgegen genommen hat, will Wissenslücken schließen.

Der neue Präsident der Deutschen Krankenhausgesellschaft, Gerald Gaß, bricht im Interview mit dem AOK-Forum "Gesundheit und Gesellschaft" (G+G) eine Lanze für die unternehmerische Freiheit der Krankenhäuser. "Wir reden die Kliniken oft zu schlecht," kritisiert Gaß und fordert weniger Vorgaben und mehr Spielraum.

Kai Senf gibt eine Einschätzung zum schwarz-roten Koalitionsvertrag aus Sicht des AOK-Bundesverbandes. "Die Agenda stimmt in weiten Teilen", lautet die erste Analyse des Politikchefs.

Außerdem: Auch 2018 geht G+G mit seinen Lesern wieder auf Studienreise - zunächst nach Schweden und Dänemark, dann nach Estland.

Wissen nach Plan

Foto: Wegweiser

Einerseits stehen insbesondere im Internet so viele Gesundheitsinformationen zur Verfügung wie nie zuvor. Andererseits können ratsuchende Menschen das, was sie dort lesen, kaum oder gar nicht verstehen und einordnen. Jeder vierte hat bei seinen Internet-Recherchen Schwierigkeiten, seriöse von unseriösen Gesundheitsinformationen zu unterscheiden, hat eine Umfrage des AOK-Bundesverbandes zur Gesundheits- und Medienkompetenz ergeben. Es mangelt ihnen an ausreichender Gesundheitskompetenz, Experten sprechen von Health Literacy.

Ähnliches gilt für Informationen auf Beipackzetteln oder in Formularen, im Fernsehen oder in Zeitschriften. Selbst Informationen direkt vom Arzt oder Apotheker bleiben für viele ein Buch mit sieben Siegeln. Dies fällt besonders jungen Menschen bis 24 Jahren schwer. Und mit zunehmendem Alter nimmt die Unsicherheit nicht unbedingt ab.

Doris Schaeffer, Klaus Hurrelmann, Ullrich Bauer und Kai Kolpatzik erläutern die Hintergründe und beschreiben, wo der von ihnen entwickelte Nationale Aktionsplan Gesundheitskompetenz ansetzt und nachhaltig helfen kann.

 Wissen nach Plan

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Ungleichheit ist ungesund

Foto: Dr. Friedrich Schorb

Die Erkenntnis ist nicht neu und hat sich in diversen Untersuchungen in den vergangenen Jahren stets bestätigt: Wer gut verdient und Geld hat, lebt etwa zehn Jahre länger als ärmere Menschen. "Kampagnen der Gesundheitsförderung können daran wenig ändern", kritisiert der Bremer Soziologe und Gesundheitswissenschaftler Dr. Friedrich Schorb im G+G-Einwurf. Mehr soziale Sicherheit und weniger materielle Ungleichheit sind für ihn das erfolgversprechendere Präventionsprogramm. Erfolgreiche Prävention müsse die Lebensumstände ärmerer Menschen stärker in den Blick nehmen.

"David Stuckler und Sanjay Basu haben nachgewiesen, dass Kürzungen im sozialen Bereich unmittelbar Auswirkungen auf den Gesundheitszustand der Betroffenen haben. Wohingegen Länder, die in Krisenzeiten auf Kürzungen weitgehend verzichteten, anschließend keine Verschlechterung der Bevölkerungsgesundheit zu beklagen hatten", schreibt Schorb. Auch im Kleinen kann Prävention aus seiner Sicht mehr tun: "Die Menschen einbeziehen und fragen, welche gesundheitlichen Probleme für sie relevant sind. Das sind oft nicht dieselben Probleme, die Expertinnen und Experten im Kopf haben."

 

Ungleichheit ist ungesund

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