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G+G 01/18: Ein Auge auf die Schwachen

Wie eine Kultur des Hinschauens Pflegebedürftige vor Gewalt schützt

Titel: G+G 01/18

Zynismus, Vernachlässigung oder gar körperliche Gewalt gegenüber hilflosen, pflegebedürftigen Menschen ist keine Seltenheit, wie eine aktuelle Umfrage unter Pflegekräften zeigt. Das AOK-Forum "Gesundheit und Gesellschaft" (G+G) hat für die Januarausgabe Beispiele gesammelt, geht den Ursachen nach und plädiert für eine neue Kultur des Hinschauens.

Mehr Markt, mehr Staat, mehr Selbstverwaltung? Ein Vierteljahrhundert nach dem Gesundheitsstrukturgesetz hat sich das Zusammenspiel von Politik, Kassen und Leistungserbringern erheblich verändert. Die Rollenverteilung scheint unklar. Höchste Zeit also, das Drehbuch mithilfe kluger Köpfe neu zu schreiben.

Außerdem sprechen die beiden Aufsichtsratsvorsitzenden des AOK-Bundesverbandes, Dr. Volker Hansen und Knut Lambertin über die Vorreiterrolle der AOK, gute Versorgungsverträge und schleppende Digitalisierungsprozesse in der gesetzlichen Krankenversicherung.

"Wir müssen als AOK Vorreiter bleiben"

Foto (v.l.): Knut Lambertin, Dr. Volker Hansen

v.l.: Knut Lambertin, Dr. Volker Hansen

Beide Aufsichtsratsvorsitzende des AOK-Bundesverbandes Dr. Volker Hansen und Knut Lambertin fürchten, die GKV könnte den Anschluss bei der Digitalisierung verpassen. Das Konstrukt der Betreibergesellschaft für die elektronische Gesundheitskarte (eGK), kurz gematik, sei gescheitert. "Angesichts des langwierigen und bislang wenig erfolgreichen, aber extrem teuren Prozesses finde ich es richtig, wenn sich Krankenkassen oder Kassenverbände überlegen, wie sie schneller zum Ziel kommen", sagt Hansen im G+G-Interview. "Es werden zum Schluss einige wenige Lösungen übrigbleiben, und dann wird man sich ansehen, welche für die Versicherten die meisten Vorteile bietet", ergänzt Lambertin.

Für die Zusammenarbeit im GKV-Spitzenverband hoffen die beiden nicht nur hier wieder auf mehr Gemeinsamkeit. Der Streit in der Kassenlandschaft um den GKV-Finanzausgleich hat die Fronten verhärtet. "Die Leistungsausgaben der AOK steigen in einem viel geringeren Maß an als bei anderen Kassen. Unser hart erarbeiteter Erfolg führt zu Neid", so Hansen. "Ich bin nicht dafür, diesen Streit weiter zu eskalieren. Die Gefahr ist, dass die Politik irgendwann sagt: Schluss damit", warnt Lambertin.

"Wir müssen als AOK-Vorreiter bleiben"

"Wir müssen als AOK-Vorreiter bleiben"
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Geht zur Vorsorge, Jungs!

Foro: Jimmy Hartwig - pr

Der ehemalige Fußballprofi Jimmy Hartwig weiß, wovon er spricht. Der frühere Mittelfeldspieler des Hamburger SV hat bereits zwei Krebs-Diagnosen hinter sich. "Auch ich gehörte zu den Männern, die die regelmäßige Teilnahme an Vorsorgeuntersuchungen scheuten", räumt Hartwig im G+G-Einwurf ein. "Vielleicht aus Scham, vielleicht aus Angst, wahrscheinlich aus beiden Gründen."

Im Alter von 37 Jahren diagnostizierten Ärzte bei ihm Prostatakrebs. Das ist jetzt 26 Jahre her. Die entsprechende Früherkennungsuntersuchung hatte er nie gemacht. Später wurde bei Hartwig noch Hodenkrebs. festgestellt. Dass er beide Krebsleiden besiegen konnte, bezeichnet er heute als "Riesenglück".

Seitdem engagiert sich der Ex-Profi für das Thema Vorsorge und macht sich als Gesundheitsbotschafter der AOK Nordost für Männergesundheit stark. Er geht in Stadien und erzählt seine Geschichte. Sein Appell an die vermeintlich harten Männer: "Macht bitte nicht den gleichen Fehler wie ich. Geht zur Vorsorge!"

Geht zur Vorsorge Jungs!

Geht zur Vorsorge Jungs!
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