vorlesen

G+G 12/17: Hilft Hanf heilen?

Cannabis: Warum sein Einsatz in der Medizin gut durchdacht sein sollte

Titelbild: G+G 12/17

Seit März 2017 Ärzte können Schmerzpatienten Cannabis als Medizin verordnen. Doch es gibt keine Nachweise für die Wirksamkeit und Sicherheit des Hanfprodukts. Die Pharmazeutin Bettina Dubbick, Arzneimittelreferentin im AOK-Bundesverbandes, zieht in der Dezemberausgabe des AOK-Forums "Gesundheit und Gesellschaft" (G+G) eine erste, durchaus kritische Bilanz.

Immer mehr Menschen haben starkes Übergewicht. Einige von ihnen hoffen auf Hilfe durch die Adipositas-Chirurgie. Eva aus Hannover hat Teile ihres Magens und Dünndarms ausschalten lassen, um abzunehmen. Was das bedeutet, hat sie G+G-Redakteurin Änne Töpfer erzählt.

In der G+G_Reportage geht’s um das schwierige Thema "Sterbebegleitung". Die meisten Menschen wollen am liebsten zu Hause sterben. Doch viele Angehörige trauen sich nicht zu, ihre Lieben bis zum Lebensende zu begleiten. In "Letzte-Hilfe-Kursen" können Laien jetzt lernen, wie sie sterbende Menschen gut umsorgen. Silke Heller-Jung  und der Olaf Hermann haben eine Schulung für angehende Kursleiter besucht.

Cannabis macht Karriere

Foto: Cannabis und Pillen

Bis vor Kurzem galt Cannabis noch als Substanz, deren medizinischer Nutzen nur spärlich belegt ist. Entsprechende Präparate waren nur für einige wenige Anwendungsgebiete zugelassen. Die Krankenkassen haben nur in absoluten Ausnahmefällen die Kosten für Cannabis als Medizin übernommen. Für andere Patienten bestand zwar die Möglichkeit, das Betäubungsmittel mit Sondergenehmigung durch die Bundesopiumstelle zu bekommen. Die Kosten mussten sich jedoch selbst tragen.

An der Datenlage zur Wirksamkeit und Sicherheit von Cannabis hat sich seit der Gesetzesänderung im März 2017 nichts geändert. Dennoch haben schwerkranke Versicherte nunmehr die Möglichkeit, Cannabis auf Rezept zu erhalten, ohne dass es einer Zulassung bedurft hätte, wie das eigentlich für jedes Arzneimittel gilt, das auf den Markt kommt. Dies ist ein absolutes Novum.

Die Pharmazeutin Bettina Dubbick, Arzneimittelreferentin im AOK-Bundesverband, legt hier den Finger in die Wunde, wenn sie schreibt: "Die gesetzliche Neuregelung sowie die begleitende Berichterstattung über Cannabis auf Kassenrezept haben bei den Patienten überzogene Erwartungen geweckt. Es liegt jedoch auf der Hand, dass nicht alle Patienten mit einem Wunsch nach einer Cannabistherapie auch dafür infrage kommen."

Cannabis macht Karriere

Cannabis macht Karriere
Die G+G-Titelgeschichte als Leseprobe zum Download

Endlich reden können

Foto: Maike Conway - pq

 

Seit vierzehn Jahren begleitet die Regisseurin und Autorin Maike Conway die mittlerweile 22-jährige Corinne mit der Kamera. Die leibliche Mutter hat Corinne bei der Geburt mit HIV angesteckt. Als die Mutter starb war das Mädchen sechs Jahre alt.. Es geht ihr gut. Sie lebt und arbeitet heute auf Fuerteventura. Conways Tochter ist nur ein Jahr älter. Die beiden spielten als Kinder gerne zusammen, was für sie als Mutter zunächst nicht ganz einfach war.

"Am Anfang informierte ich mich über die möglichen Ansteckungswege, da ich meine Tochter auf keinen Fall in Gefahr bringen wollte. Damals stiegen Gedanken und Bilder in mir hoch", beschreibt Conway ihre Gefühlswelt im G+G-Einwurf.

Je länger sich die Dokumentarfilmerin mit der Krankheit auseinandersetzte, desto mehr verflogen die Sorgen. Allerdings haben ihr zahlreiche Reaktionen nach der Ausstrahlung des Films gezeigt, wie viele Vorbehalte es bei HIV und Aids immer noch gibt.  „Viele ältere Menschen haben die schlimmen Bilder aus den achtziger Jahren im Kopf. Sie differenzieren nicht zwischen der HIV-Infektion und der Krankheit Aids“, schildert Conway ihre einschlägigen Erfahrungen. Junge Menschen wiederum, die mit HIV konfrontiert würden, hätten meistens weniger Berührungsängste. Das macht  Maike Conway Hoffnung.

Endlich reden können

Endlich reden können
Der G+G-Einwurf als Leseprobe zum Download