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G+G 11/17: Im Namen des Patienten

Warum der Gesetzgeber für mehr Fairness in medizinischen Streitfällen sorgen muss

Titelbild: G+G 11/17

Seit fünf Jahren ist das Patientenrechtegesetz in Kraft. Es soll Patienten schützen und ihnen gegenüber Behandlern rechtlich den Rücken stärken. Doch es weist einige Lücken auf. Um die Position der Patienten zu verbessern, müsse die Politik nachlegen, fordert Nora Junghans in der Novemberausgabe des AOK-Forum "Gesundheit und Gesellschaft" (G+G). Sie ist Rechtsanwältin und Referentin für Behandlungsfehlermanagement beim AOK-Bundesverband. So habe es der Gesetzgeber versäumt, rechtliche Konsequenzen für die Behandler in das Gesetz aufzunehmen, falls sie den Patienten selbst auf Nachfrage nicht über einen Behandlungsfehler informieren.

Die G+G-Reportage blickt auf den hierzulande noch kaum bekannten Beruf des Physician Assistants, was so viel wie Arzt-Assistent heißt. Sie unterstützen Chirurgen im Operationssaal. Grundlage ist ein Studium für Menschen mit medizinischer Vorbildung und Berufserfahrung.

Außerdem erinnert sich Hausärztin Gabriele Müller de Cornejo an den Start der Chroniker-Programme vor 15 Jahren. Ein Schock sei das für Teile der Ärzteschaft gewesen. Müller de Cornejo hat die Programme seinerzeit mit entwickelt.

"Pflege braucht keinen Stimmungsaufheller"

Foto: Franz-Wagner

Franz-Wagner

Hoch qualifiziert und motiviert, aber wenig wertgeschätzt – der Präsident des Deutschen Pflegerates, Franz Wagner, unterstreicht im G+G-Interview, wie wichtig Pflegekräfte für eine gute Versorgung sind. Wagner setzt auf ein differenziertes Bild des Pflegeberufes. "Wir wissen seit Langem, dass der Bedarf an Pflege wächst. Dafür brauchen wir unterschiedlich qualifizierte Menschen." sagt Wagner. Die eigentliche Herausforderung sei sicherzustellen, "dass die Menschen mit der richtigen Qualifikation an der richtigen Stelle zum Einsatz kommen.“ Von 2005 bis 2009 war Wagner auch 1. Vizepräsident des Weltverbandes der Pflegeberufe.

Die Grundprobleme in der Pflege unterschieden sich international kaum. "Es geht fast überall um mehr Anerkennung, die Auseinandersetzung mit der Ärzteschaft und eine angemessene Vergütung." Allerdings: In der Mehrzahl der Länder weltweit wird die pflegerische Berufsausbildung an Hochschulen absolviert. Damit verknüpft sei auch eine andere Wahrnehmung von Pflege. Daran fehle es in Deutschland. "Seien wir ehrlich: Die Geschichte von Frau Meier, der Pflegende nach einem Treppensturz helfen, wieder auf die Beine zukommen, verkauft sich nicht so gut wie die vom sogenannten Todesengel. Daher ist es an uns selbst, die guten Geschichten in die Öffentlichkeit zu transportieren. Wir müssen Botschafter unseres Berufes sein."

"Pflege braucht keinen Stimmungsaufheller"

"Pflege braucht keinen Stimmungsaufheller"
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Die unheimliche Krankheit

Foto: Alexander Wendt

Alexander Wendt

Etwa vier Millionen Menschen in Deutschland leiden unter einer Depression; mehr als zwei Drittel der jährlichen Selbstmorde gehen auf die Krankheit zurück. Die wenigsten trauen sich, darüber zu reden wie beispielsweise über Diabetes. "Warum eigentlich?", fragt der Journalist Alexander Wendt im G+G-Einwurf. Beides seien letztlich systemische Krankheiten, die schwer verlaufen können, die sich aber mit Medikamenten meist gut eindämmen ließen.

Der Autor gibt die Antwort gleich selbst und beschreibt damit gleichzeitig eines der größten Missverständnisse über Depressionen: "Eine Depression ist anders als Traurigsein. Sie zerfrisst den Kern der Persönlichkeit." Der Krankheit hafte deshalb auch etwas Unheimliches an. "Und ein unsichtbarer wie unheimlicher Vorgang im Inneren steht immer noch mit dem alten Bild der Besessenheit in Verbindung - auch wenn viele aufgeklärte Zeitgenossen bestreiten würden, dass sie daran denken", so Wendt. Ein normalerer Umgang mit der Krankheit würde den betroffenen Patienten schon sehr helfen, meint er.

Die unheimliche Krankheit

Die unheimliche Krankheit
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