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G+G 06/17: Frischer Wind fürs Stadtquartier

Prävention: Wie urbanes Leben gesünder wird

Titelbild:  G+G 06/17

Mehr Raum für Großstadtpflanzen fordert Prof. Dr. Wolfgang Schlicht. Er ist Inhaber des Lehrstuhls für Sport- und Gesundheitswissenschaften an der Universität Stuttgart. In der Juniausgabe des AOK-Forums "Gesundheit und Gesellschaft" (G+G) erklärt der studierte Psychologe sowie Politik- und Sportwissenschaftler, wie krank das Stadtleben machen kann und warum Gesundheitswissenschaftler stärker in Planungen eingebunden werden müssen, damit die Lebensqualität der Städter steigt.

Behäbig, intransparent, undemokratisch - Kritiker gehen mit dem Gemeinsamen Bundesausschuss nicht zimperlich um. Sein Unparteiischer Vorsitzender, Prof. Josef Hecken, gibt im G+G-Interview Kontra.

"Das Land muss die Planungshoheit behalten", mahnt die rheinland-pfälzische Gesundheitsministerin Sabine Bätzing-Lichtenthäler. Sie plädiert für eine einheitliche Pflegeausbildung, Tempo bei der Digitalisierung und föderales Selbstbewusstsein bei der Klinikplanung.

Und schließlich gibt Prof. Dr.  Nadine Pieck Einblicke in ihre Studien an der Hochschule Magdeburg-Stendal. "Betriebliche Gesundheitsmanagement ist mehr als Rückenschule oder Raucherentwöhnung", sagt die Stiftungsprofessorin und erläutert gleich, was alles dazu gehört.

Weg frei für mehr Wissen

 Foto: Sabine Beckmann

Sabine Beckmann

Im Zuge des Arzneimittelversorgungsstärkungsgesetzes hat der Gesetzgeber im März 2017 das Arztinformationssystem (AIS) beschlossen. "Endlich", findet Sabine Beckmann. "Das AIS ist lange überfällig." In ihrem Beitrag beschreibt die Leiterin der Abteilung Arznei-, Heil- und Hilfsmittel im AOK-Bundesverband zusammen mit dem Bereichsleiter Arzneimittel bei der AOK PLUS, Dr. Ulf Maywald, die Vorteile der neuen gesetzlichen Regelung, sowohl für Ärzte als auch für Patienten. Zu den wichtigsten Aufgaben gehöre die Aufbereitung der Beschlüsse des Gemeinsamen Bundesausschusses (GBA). Sie böten zwar fundierte Informationen, seien aber für den Arzt, der sich für einen Patienten innerhalb kurzer Zeit über die bestmögliche Therapie informieren will, in der bisherigen Darstellung kaum handhabbar.  

Eine zweite Baustelle sehen Beckmann und Maywald bei der Software. Wie lassen sich Leitlinien und Ergebnisse des GBA so miteinander kombinieren, dass schlüssige Aussagen entstehen? Wer ist dafür zuständig? Welche Standards gelten dafür? Wer prüft Qualität und Nutzbarkeit?

Außerdem bewerten Vertreter aus Politik, Ärzteschaft und Pharmabranche die Regelungen zum AIS.

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Sucht-Prävention geht alle an

Foto: Prof. Dr. mult. Felix Tretter

Prof. Dr. mult. Felix Tretter

Die Alkoholindustrie setzt in Deutschland etwa 20 Milliarden Euro jährlich um. Mehr als die Hälfte des konsumierten Alkohols entfalle auf Vieltrinker und Abhängige, rechnet Prof. Dr. mult. Felix Tretter vor. Die allerdings machten insgesamt nur 15 Prozent aller Alkoholkonsumenten aus. Tretter, 2. Vorsitzender der Bayerischen Akademie für Suchtfragen in Forschung und Praxis, macht in seinem G+G-Einblick noch eine zweite Rechnung auf. Er setzt den Umsätzen mit Alkohol volkswirtschaftlichen Schaden von etwa 30 Milliarden Euro entgegen, also Ausfälle durch Krankheitstage und Arbeitsunfähigkeit, Unfälle sowie Begleit- und Folgeerkrankungen und sogar Todesfälle.

"Das unermessliche menschliche Leid ist bei dieser Bilanz ausdrücklich mitzudenken", schreibt Tretter und fordert von Politik und Staat, Gegenmaßnahmen einzuleiten und aufzubauen. Der Psychologe und Psychiater denkt dabei nicht nur an Verbote wie Alters- oder Promillegrenzen, sondern insbesondere an Präventionsprogramme. Denn: So vielfältig die Gründe für Suchte seien, umso mehr sei Prävention Aufgabe der ganzen Gesellschaft.

Sucht-Prävention geht alle an

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