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G+G 03/17: Kurzer Draht zur Psychotherapie

Neue Richtlinie

Titel: G+G 03/17

Am 1. April 2017 tritt die neue Psychotherapie-Richtlinie in Kraft. Lange Wartezeiten auf einen Termin beim Psychiater oder Psychotherapeuten sollen so künftig vermieden werden. Anlass genug für das AOK-Forum "Gesundheit und Gesellschaft" (G+G) in der Märzausgabe einen genaueren Blick zu werfen auf die Versorgung psychisch kranker Menschen in Deutschland.

Im G+G-Interview spricht Manfred Lütz über Rezepte für das Lebensglück und wird dabei wie gewohnt sehr deutlich. "Der Tod ist der Todfeind der Gesundheitsreligion", sagt Lütz. Der Psychiater hält nicht viel von – wie er es nennt – "therapeutischen Gurus und Gesundheit als Religionsersatz".

Außerdem geht’s um kommunikative Störungen im Sendebetrieb zwischen Arzt und Patient, einheitliche Regeln für Pflegebedürftige in Europa, ein Therapie-Projekt der Berliner Charité, das Kindesmissbrauch vorbeugen soll und wie die Finnen ohne viel Tamtam die Kliniklandschaft stutzen und die Akutversorgung zentralisieren.

Schnelle Hilfe für kranke Seelen

Foto: Sprechstunde beim Psychiater

Therapieangebot flexibilisieren, psychotherapeutische Sprechstunden einrichten, die frühzeitige diagnostische Abklärung, die Akutversorgung, Gruppentherapien fördern, gleichzeitig Rückfällen vorbeugen sowie das Antrags- und Gutachterverfahren vereinfachen: Der Auftrag des Gesetzgebers an den Gemeinsamen Bundesausschuss im Versorgungsstärkungsgesetz 2015 war genau so eindeutig wie  komplex.  Das Ergebnis liegt nun in Form einer neuen Psychotherapie-Richtlinie vor. Am 1. April 2017 tritt sie in Kraft. Das Ziel: seelisch kranke Menschen sollen leichter Hilfe finden.

Birgit Schliemann hat genauer in die neue Richtlinie geschaut. Schliemann leitet das Referat Verträge in der Geschäftsführungseinheit Versorgung im AOK-Bundesverband. Einerseits erläutert sie die Neuerungen. Anderseits schätzt sie ein, ob’s künftig was wird mit mehr Flexibilität und schnellerer Terminvergabe. Und so schlecht fällt Schliemanns Fazit gar nicht aus. Im Gegenteil.

Schnelle Hilfe für kranke Seelen

Schnelle Hilfe für kranke Seelen
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Inklusion leben

Foto: Mareice Kaiser

Mareice Kaiser

Behinderte Menschen sind nicht gewollt. Das Fazit der Journalistin Mareice Kaiser klingt erschreckend. Die 35-Jährige ist selbst Mutter einer behinderten Tochter. Einen Kitaplatz für das Mädchen zu bekommen, sei einem Wunder gleichgekommen, kritisiert sie. Menschen ohne Handicap falle es gar nicht auf, wo Menschen mit Einschränkungen auf schwer zu überwindende Hindernisse treffen. "Die Barrieren in unserer Umwelt – Stufen sind nur ein Aspekt", sagt Mareice Kaiser und beschreibt die alltäglichen Schwierigkeiten.

Gehörlose Menschen sind auf Untertitel angewiesen oder darauf,  dass in öffentlichen Verkehrsmitteln die Stationen angezeigt werden. Blinde und sehbehinderte Menschen brauchen Hörsignale, taktile Karten sowie Warn- und Leitstreifen, um sich orientieren zu können. "Doch Barrierefreiheit wird noch lange nicht mitgedacht, obwohl im Jahr 2006 die Behindertenrechtskonvention von der Generalversammlung der Vereinten Nationen (UN) verabschiedet wurde", weiß Kaiser aus eigener Erfahrung .

Dabei wäre, da ist sie sich sicher, eine barrierearme Umgebung für uns alle besser wäre, egal ob mit Rollstuhl, Rollator oder Kinderwagen.

"Inklusion leben"

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