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G+G 12/16: Ab 40 geht’s bergauf

Warum die zweite Lebenshälfte heute mehr Gesundheit bringt - aber nicht alle an diesem Trend teilhaben

Titelbild G+G 12/16

In den vergangenen 20 Jahren hat sich in der zweiten Lebenshälfte vieles zum Besseren entwickelt. Aber nicht alle Bevölkerungsgruppen haben teil am positiven Wandel der zweiten Lebenshälfte. Und die nachfolgenden Generationen bringen zwar neue Stärken mit, werden im Alter aber auch vor ganz neuen Herausforderungen stehen. Das sind drei Folgerungen aus dem Deutschen Alterssurveys (DEAS). Die Dezemberausgabe des AOK-Forum "Gesundheit und Gesellschaft" (G+G) nimmt die Untersuchung genauer unter die Lupe.

Im G+G-Interview beantwortet die Altersforscherin Johanna Pohl, warum es Menschen mit Demenz hilft, Mütter zu beobachten, die sich um ihr Kind kümmern. Die Gerontologin nennt das "Babywatching".

Außerdem Talk und Torte: Zum 40. Geburtstag des Wissenschaftlichen Instituts der AOK (WIdO) gab sich die gesundheitspolitische Prominenz ein Stelldichein.

„Balsam auf der Endlichkeit“

Foto: Silvia Dahlkamp und Ursula Bürger

Silvia Dahlkamp und Ursula Bürger

Rund 60 katholische und evangelische Krankenhausseelsorger sind in Hamburg und Umgebung unterwegs. G+G-Reporterin Silvia Dahlkamp und die Fotografin Maria Feck hat sie bei ihrer Arbeit auf der Krebsstation der Uniklinik Hamburg Eppendorf begleitet. In sterilen Einwegkitteln sind sie Menschen begegnet, die vielleicht nicht mehr lange leben, aber trotzdem das Abenteuer der Hochzeit und Ehe noch einmal erleben wollen. Sie berichten vom bunten Konfettiregen zwischen Tränen der Trauer. "Kann Glück Krankheit besiegen?", haben sie sich gefragt und die Braut hat "Ja" gesagt. Die Pastoralreferentin Ursula Bürger zollt dieser Haltung viel Bewunderung: "Es ist eine große psychische Leistung, nur das Schöne zu sehen." Und Silvia Dahlkamp sagt, nach dem Besuch  habe sie sich erst einmal mehr Zeit für Familie und Freunde genommen.

"Keine Angst vorm Fegefeuer"

Foto Margot Käßmann

Margot Käßmann

Wer über das Sterben nachdenkt, lebt intensiver. Davon ist Margot Käßmann überzeugt. Die Theologie-Professorin  und aktuelle Botschafterin des Reformationsjubiläums schreibt über den Tod, das Sterben und auch das Leben. "Es tut gut, ans Sterben zu denken!", behauptet die ehemalige Landesbischöfin der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers und hat dabei das Leben im Blick. "Es muss doch nicht erst eine Krebsdiagnose kommen, damit du dein Leben änderst!", fordert sie. Gewiss sei der Tod schmerzhaft und die Angst vor dem Sterben groß. Die ewige Fortsetzung unseres Lebens ist jedoch aus ihrer Sicht kein unbedingt beglückender Gedanke. Vielmehr sorgt die 58-Jährige, dass schnell abgewiegelt wird, sobald jemand beginnt über das eigene Sterben zu sprechen.