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G+G 11/16: Mehr Schutz für Solisten

Warum es bei der Krankenversicherung für kleine Selbstständige Reformbedarf gibt

Titel: G+G 11/16

Wenn Fitnesstrainer, Kosmetikerinnen oder Sprachlehrer als Selbstständige arbeiten, gleicht das häufig einem finanziellen Drahtseilakt. Bei manchem Kleinunternehmer reicht das Einkommen kaum, um für den Krankheitsfall vorzusorgen. Dietmar Haun und Professor Klaus Jacobs vom Wissenschaftlichen Institut der AOK (WIdO) beleuchten in der Novemberausgabe des AOK-Forums "Gesundheit und Gesellschaft" (G+G) ein wachsendes Problem. So schluckt die Krankenversicherung bei selbstständigen Geringverdienern nicht selten das halbe Einkommen.

Änne Töpfer und Werner Krüper werfen in ihrer Reportage einen Blick hinter die Kulissen der Hightech-Hausapotheke der Medizinischen Hochschule Hannover. Mit ihrer Arbeit und ihrem Wissen helfen die Pharmazeuten dort Krebspatienten mit individuellen Infusionen, verdünnen Herzmedikamente für Kinder und beraten ihre ärztlichen Kollegen in Arzneimittelfragen.

Und schließlich wagt G+G einen Blick voraus auf den Jahreskongress des Bundesverbandes Managed Care (BMC) mit über 500 Besuchern und internationalen Gästen aus Dänemark, der Schweiz und den USA. Und auch Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe wird dabei sein.

"Selbstverwaltung ist kein Anachronismus"

Foto: Prof. Dr. Rainer Schlegel

Prof. Dr. Rainer Schlegel

In seiner Freizeit geht er wandern und spielte früher auch gerne Orgel in der Kirche. Seit dem 1. Oktober ist Professor Rainer Schlegel Präsident des Bundessozialgerichts (BSG). Im G+G-Interview präsentiert er sich als Freund der Selbstverwaltung. Er wünscht sich mehr Handlungsspielräume für deren Gremien, insbesondere mit Blick auf die Sozialwahlen 2017. "Die niedrige Beteiligung an den Sozialwahlen ist bedauerlich. Könnten die Verwaltungsräte zum Beispiel über Leistungsumfang oder Beitragshöhe entscheiden, sähe die Sache anders aus. Das Interesse der Wahlberechtigten, auf die Gestaltung der Versicherungsverhältnisse Einfluss zu nehmen, wäre mit Sicherheit größer und die Wahlbeteiligung höher“, ist sich der 58-Jährige sicher.

Schlegel ist Mitglied der CDU, seine Dienstherrin ist Bundessozialministerin Andrea Nahles (SPD). "Zu behaupten, dass man sich bei der Besetzung solcher Ämter im 'unpolitischen Raum' bewegt, wäre lebensfremd", weiß Schlegel. "Ebenso falsch wäre es aber auch zu behaupten, dass der Amtsinhaber nur einen Kandidaten aus der eigenen Partei vorschlägt. Es geht nicht um Patronage, sondern um funktionierende Gerichte." Diesem Anspruch will Schlegel in seiner Amtszeit gerecht werden. "Sozialrichterinnen und -richter kontrollieren, ob Behörden und Sozialversicherungen das Gesetz ordnungsgemäß umgesetzt haben. Für die Inhalte der Gesetze ist nicht die Justiz verantwortlich. Wir betreiben keine Sozialpolitik."

Eltern vorm Burnout

Foto: Dagmar Ziegler

Dagmar Ziegler

Dagmar Ziegler sorgt sich um Familien. Das muss sie als Kuratoriumsvorsitzende der Elly Heuss-Knapp-Stiftung Deutsches Müttergenesungswerk schon des Amtes wegen. Im G+G-Einwurf schreibt sie von den Herausforderungen, vor denen moderne Familien stehen. Erfolgreich im Beruf sollen vorzugsweise beide Eltern sein, aber auch fürsorglich, damit die Familie intakt bleibt.

Allerdings bleibt die Haupterziehungsarbeit und auch die Pflege von Angehörigen hauptsächlich an den Frauen hängen. Laut Statistischem Bundesamt geht bisher nur jeder dritte Vater nach der Geburt des Kindes in Elternzeit und bezieht Elterngeld.  Ziegler zitiert eine Studie des Instituts für Demoskopie Allensbach, wonach Mütter nach der Geburt am häufigsten mit reduzierter Arbeitszeit zwischen 15 bis 24 Wochenstunden wieder in das Berufsleben einsteigen, während der Vater voll arbeitet.

Die Folge: Auf beiden Seiten steigen die Erschöpfungdiagnosen. "Mütter und Väter, wenn sie die Hauptverantwortung für die Familie tragen, leiden ähnlich unter ständigem Zeitdruck", schreibt Ziegler. Das traditionelle Rollenmodell schade beiden geleichermaßen. "Während Vätern die berufliche Belastung zu schaffen macht, fehlt es bei Frauen eher an mangelnder Anerkennung und fehlender Unterstützung."

G+G-Einwurf: "Eltern vorm Burnout"

G+G-Einwurf: "Eltern vorm Burnout"
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