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G+G 06/16: Leichtes Gepäck für Klinikpatienten

Wie das Entlassmanagement den Weg nach Hause ebnet

Cover : G+G 06/16

Die sektorenübergreifende Versorgung gehört zu den thematischen Dauerbrennern der Debatte in Deutschland, respektive die Verbesserung der Versorgung. Und theoretisch funktioniert das Alles schon ganz prima. In der Praxis jedoch hakt es häufiger, als es manchem gesundheitspolitischen Tischredner behagt. Von "Management" im eigentlichen Sinne kann da oft nicht die Rede sein, wenn der Patient nach Fuß-OP und der Entlassung aus der Klinik zu Hause auf den Rollstuhl noch warten muss oder nach überstandenem Schlaganfall der Platz in der Rehaklinik fehlt.

Was falsch läuft und vor allem wie es besser funktionieren kann mit dem Entlass-Management, diesem Schwerpunkt widmet sich die Juniausgabe des AOK-Forums "Gesundheit und Gesellschaft" (G+G). Unter anderem hat Reporterin Silke Heller-Jung das Marienhospital in Bottrop besucht.

Außerdem geht G+G der Frage nach, warum ausgerechnet im dritten Teil des Vorzeigeprojekts "Pflegereform" Sand ins Getriebe kommt. Und schließlich: Warum die Ausgaben fürs Krankengeld seit Jahren steigen und welche Schlüsse die Gesundheitsweisen daraus gezogen haben.

„Der Morbi-RSA hat sich bewährt“

Foto: Frank Plate

Frank Plate

Auf den morbiditätsorientierten Risikostrukturausgleich (Morbi-RSA) lässt der Präsident des Bundesversicherungsamts (BVA), Frank Plate, nichts kommen. Der Morbi-RSA erfüllt bisher die ihm zugewiesene Funktion, erklärt der BVA-Chef selbstbewusst im G+G-Interview.

Damit schließt der gelernte Jurist nicht aus, dass es nicht auch besser ginge und verweist auf die Gutachten zu den Auslandsversicherten und zum Krankengeld vom Dezember 2015 beziehungsweise Mai 2016. "In beiden Fällen muss geprüft werden, ob Folgegutachten notwendig sind. Die jetzige Datenbasis reicht möglicherweise nicht aus, um Klarheit darüber zu erhalten, was geändert werden sollte."

Auf die große Zahl aktueller Studien dieser Tage reagiert der der 55-Jährige gelassen. Vieles sei empirisch nicht belegt,. "Hier handelt es sich um politische Behauptungen, die teils mit eigenen Zahlen untermauert werden, um letztlich das eigene Interesse zu stärken", kritisiert Plate.

Keine Tiere auf dem Teller

Foto: Barbara Rütting

Barbara Rütting

Der Vegetarierbund Deutschland zählte im Januar 2015 von rund 7,8 Millionen Vegetarier, das sind immerhin zehn Prozent der Bevölkerung. Dazu kommen etwa 900.000 Veganer, also jene, die nicht nur auf Fleisch, sondern vollständig auf tierische Produkte verzichten. Das Institut für Demoskopie Allensbach und das Markt- und Meinungsforschungsinstitut YouGov bestätigen diese Entwicklung.

Was viele noch für einen Modetrend halten, ist für Barbara Rütting in den vergangenen 40 Jahren zur Lebenseinstellung geworden. Im G+G-Einwurf erzählt die Schauspielerin, Autorin und ehemalige Grünen-Politikerin ihre Geschichte, wie aus einer Fleischesserin eine Vegetarierin und schließlich eine Veganerin wurde. "Die Zukunft wird vegan sein - oder sie wird nicht sein." Davon ist die fast 90-Jährige fest überzeugt. "Tierlose" Ernährung ist für sie schon längst mehr als ein Trend: "Der vegetarische Bazillus hat inzwischen drei Generationen zu mehr Gesundheit und Lebensqualität verholfen. Das macht mich sehr glücklich."