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G+G 06/15: Update für den Körper

Self-Tracking: Chancen und Risiken der digitalen Selbstkontrolle

G+G 06/2015 Titelbild

Bald kommt sie in die Läden, die Uhr eines nicht ganz unbekannten amerikanischen Computer-Herstellers. Vorbei die Zeiten, in denen man ein solches Gerät zur Messung der Zeit nutzte. Heute misst man damit gleichzeitig auch noch Blutdruck, Puls und Schrittfrequenz. AOK-Präventionsexperte Kai Kolpatzik beschreibt neueste Trends der digitalen Selbstvermessung und was die für die gesundheitliche Prävention bedeutet. Passend dazu hat sich G+G-Reporterin Ines Körver auf einer Tagung des Deutschen Ethikrats zum Thema "Big Data" umgehört. G+G-Chefreporter Thomas Hommel skizziert die Bewährungsprobe der Kommunen in der Pflege. Und: Brandenburgs neue Gesundheits- und Sozialministerin Diana Golze spricht im Interview über Akzente, die sie setzen möchte: etwa keine Klinikschließungen in Brandenburg im Zuge der Klinikreform.

"Nächstenliebe ist ein Zukunftskonzept"

Foto: Prof. Dr. Heinrich Bedford-Strohm, EKD

Prof. Dr. Heinrich Bedford-Strohm

Seit gut einem halben Jahr ist Prof. Dr. Heinrich Bedford-Strohm "Chef-Protestant". Im November 2014 folgte er Nikolaus Schneider im Amt des Ratsvorsitzenden der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD). Seit 2011 ist er Landesbischof der evangelisch-lutherischen Kirche in Bayern. Dabei fing es für den gebürtigen Memminger alles andere als theologisch an. Der heute 55-Jährige studierte zunächst Jura, Geschichte und Politik. Erst später wechselte zur Theologie. Er arbeitete als Gemeindepfarrer in Coburg, lehrte als Gastprofessor in New York und leitete die Dietrich-Bonhoeffer-Forschungsstelle an der Universität Bamberg. Heute ist Bedford-Strom außerplanmäßiger Professor an der Universität Stellenbosch/Südafrika und Honorarprofessor in Bamberg. Im G+G-Interview spricht er über Flüchtlingselend, Klimawandel, Sterbehilfe und warum er die Kirchen geradezu für prädestiniert hält, ein Akteur in der globalen Zivilgesellschaft zu sein.

"Eine Frage der Gerechtigkeit"

Foto: Bundesministerin Manuela Schwesig

Bundesministerin Manuela Schwesig

Rund 1,9 Millionen Menschen in Deutschland werden zu Hause gepflegt und versorgt. 1,25 Millionen davon allein durch Angehörige. Dies ist aus Sicht von Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig nicht nur "eine großartige familiäre und gesellschaftliche Leistung", sondern auch Signal an die Politik, diesen Menschen mehr Zeit zur Pflege zu geben, ohne ihnen die Zeit für den Beruf zu nehmen. Die Neuregelungen im Gesetz zur besseren Vereinbarkeit von Familie, Pflege und Beruf leisteten einen Beitrag zu mehr sozialer Gerechtigkeit, schreibt die Ministerin im G+G-Einwurf. "Eine Auszeit vom Job, um die Pflege für Angehörige zu organisieren, muss für jeden möglich sein", so ihr Plädoyer.