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G+G 10/15: Rettung für den Notfall

Wie sich die Hilfe im medizinischen Ernstfall verbessern lässt

G+G 10/2015 Titelbild

Überfüllte Klinikambulanzen, hohe Vorhaltekosten, fehlende Behandlungsstandards - die Notfallversorgung in Deutschland bedarf einer Reform. Ein Vorbild könnte  Dänemark sein, finden Dr. Boris Augurzky vom Rheinisch-Westfälischen Institut für Wirtschaftsforschung (RWI) in Essen und Prof. Dr. Andreas Beivers von der Fresenius-Hochschule in München.

Die Sterblichkeit bei Herzinfarkt und Schlaganfall ging in Dänemark zurück, seitdem Zentren die entsprechenden Kompetenzen und Ressourcen bündeln. Außerdem geht es in der Oktoberausgabe des AOK-Forums "Gesundheit und Gesellschaft" (G+G) um die Zukunft der Pflegeausbildung, die erste Migrantengeneration im Rentenalter, um Patientensicherheit und die Frage, warum Märchen Demenzkranke helfen.

"Die Altenpflege geht nicht vor die Hunde"

Foto: Prof. Dr. Frank Weidner, dip

Prof. Dr. Frank Weidner

Deutschlands Pflegeausbildung ist unmodern. Die Analyse des Direktors des Deutschen Instituts für angewandte Pflegeforschung (dip), Prof. Dr. Frank Weidner, ist hier eindeutig. Mit jeweils getrennten Ausbildungssträngen zum Alten-, Kranken- und Kinderkrankenpflege gehe Deutschland einen Sonderweg.

Schwarzsehern, die das Ende des jeweiligen Pflegeberufes vorhersagen, tritt der renommierte Pflegeforscher im G+G-Interview entschieden entgegen: "Es ist viel Polemik im Spiel. Es geht bei dieser Ausbildungsreform ja nicht darum, die Altenpflege sterben zu lassen oder die Kranken- und Kinderkrankenpflege zu beerdigen. Ziel ist vielmehr, den Pflegeberuf zu modernisieren." Alle ernstzunehmenden Studien und Modellprojekte zeigten, dass bei Basisqualifizierung mit anschließender Spezialisierung alle gewönnen.

Gesundheit für alle Kulturen

Foto:  Bundes-Integrationsbeauftragte Aydan Özoguz

Aydan Özoguz

Die erste "Gastarbeitergeneration" kommt ins Rentenalter und wird verstärkt Gesundheits- und Pflegeleistungen in Anspruch nehmen. Knapp 1,6 Millionen Migrantinnen und Migranten in Deutschland waren 2012 älter als 64 Jahre. 2030 werden es voraussichtlich 2,8 Millionen sein. Die Integrationsbeauftragte der Bundesregierung, Aydan Özoguz beschreibt im G+G-Einwurf, worauf Arztpraxen, Kliniken und Pflegedienste einstellen müssen. Die ambulante und stationäre Gesundheitsversorgung müsse auf die größere Vielfalt der Bevölkerung reagieren, fordert  Özoguz. "Viel wäre gewonnen, wenn Informations- und Beratungsangebote mehrsprachig und leichter zugänglich wären", schreibt die 48-jährige Tochter türkischer Kaufleute. Ebenso wichtig sei es, die nicht ausreichend partizipierenden Zielgruppen genauer zu erfassen und anzusprechen.

"Gesundheit für alle Kulturen"

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