vorlesen

G+G 11/15: Gute Arbeit, Herr Doktor!

Feedback oder Bonus: Was die ärztliche Leistung beflügelt

G+G 11/2015 Titelbild

Geld allein sorgt nicht immer dafür, dass der Arzt das Richtige tut, und finanzielle Anreize führen nicht unbedingt zu einer besseren Versorgung. Ärzte seien umstellt von finanziellen Anreizen, schreibt Stephan Feldmann, Experte für Vergütung in der Abteilung Ambulante Versorgung des AOK-Bundesverbandes, in der aktuellen Ausgabe des AOK-Forums "Gesundheit und Gesellschaft" (G+G). Und nicht immer behalte das Berufsethos die Oberhand. Die Titelgeschichte beleuchtet Ansätze, das zu ändern.

Außerdem berichtet G+G-Reporterin Änne Töpfer aus einem niedersächsischen Demenzdorf. Im G+G-Interview erzählt Heiko Michael Wahl, wie Pflegeheimbewohner mit Flüchtlingen Deutsch üben. Wahl ist Abteilungsleiter an der Valckenburgschule Ulm, die sich als eine von acht Pilotschulen für Altenpflegehelfer auf Flüchtlinge und Migranten konzentriert.

Doktoren zwischen Herz und Knete

Foto: Arzt bei Untersuchung

Wann macht ein Arzt was und warum? Welche Rolle spielt dabei, wie gut eine entsprechende Leistung bezahlt wird? Und schließlich: Wie lassen sich Fehlanreize grundsätzlich und nachhaltig vermeiden? Den Antworten spürt AOK-Vergütungs-Experte Stephan Feldmann nach und erklärt am Beispiel einer israelischen Kita und eines schweizerischen Altentenheims, warum bessere ärztliche Vergütung nicht unbedingt gleichbedeutend ist mit einer besseren Versorgung der Patienten. Feldmann plädiert für ein Honorarsystem, das nicht einfach nur auf mehr Geld , sondern auch auf stärkere Berücksichtigung der heilberuflichen Motivation setzt. Seine These: Geld kann auch demotivieren.

Aids bleibt eine große Aufgabe

Foto: Dr. Ulrich Heide

Dr. Ulrich Heide

Mit über 80.000 hat die Zahl der Menschen mit HIV/Aids in Deutschland einen vorläufigen Höchststand erreicht. Sie wird bei jährlich rund 3.000 bis 3.500 Neuinfizierten und rund 500 Todesfällen weiter steigen. Die Zahlen der deutschen Aids-Stiftung sind eindeutig. Es sei nicht alles bestens, schreibt der Geschäftsführende Vorstand Dr. Ulrich Heide im G+G-Einwurf.  Zwar seien das Immunschwäche-Virus HIV wie auch die Krankheit Aids medikamentös in Schach zu halten. Aber nicht alle Patienten profitierten davon gleichermaßen. Nach vielen Jahren nähmen Nebenwirkungen und Begleiterkrankungen zu, so Heide. Geht der Arbeitsplatz verloren, steige das Verarmungsrisiko. Dies treffe Menschen in ohnehin schwierigen Lebenslagen wie etwa alleinerziehende Mütter umso härter. Heide berichtet von jährlich allein 2.000 Hilfsanfragen an die Deutsche Aids-Stiftung. Was im ersten Augenblick wie eine Binsenweisheit daher kommt, kann man dennoch gar nicht deutlich genug sagen. Aids bleibt eine große Aufgabe.