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G+G 12/15: Wie geht’s euch, Kinder?

So ist es um die Gesundheit der Jüngsten bestellt

G+G 12/2015 Titelbild

Wie Ärzte Kinder und Jugendliche medizinisch versorgen, hängt vom Wohnort ab. Das legen die Analysen des Versorgungs-Reports 2015 des Wissenschaftlichen Instituts der AOK (WIdO) nahe. Ein Grund für die regionalen Unterschiede: Es fehlen einheitliche Standards für Diagnosen und Indikationen. Der Versorgungs-Report nennt insbesondere Mandel- und Blinddarmoperationen als Beispiele. Außerdem gibt der designierte Vorstandsvorsitzende das erste große Interview nach seiner Wahl. Ab Januar übernimmt Martin Litsch den Chefsessel im AOK-Bundesverband. Weitere Themen der Dezemberausgabe des AOK-Forums "Gesundheit und Gesellschaft" (G+G): Eine Zwischenbilanz nach einem Jahr der NAKO-Gesundheitsstudie und warum beruflicher Erfolg nicht unbedingt zufriedener macht.

"Vieles wird nur teurer gemacht"

Foto: Martin Litsch

Martin Litsch

Martin Litsch heißt der neue Mann an der Spitze des AOK-Bundesverbandes, noch kommissarisch, aber schon vom Aufsichtsrat einstimmig gewählt. Zum Jahresbeginn 2016 wechselt der 58-Jährige von der AOK NORDWEST in Dortmund auf den Vorstandvorsitz in die Rosenthaler Straße nach Berlin. "Wir brauchen eine adäquate Antwort auf die Frage nach fairen Arzneimittelpreisen",  beschreibt er im G+G-Interview die weiterhin ungelöste gesundheitspolitische Herausforderung der Großen Koalition.

Außerdem nimmt Litsch Hermann Gröhe in die Pflicht. "Kaum ein Gesundheitsminister war so freigiebig. Bis zur nächsten Bundestagswahl in zwei Jahren muss der Minister aber zeigen, ob damit echte Strukturreformen angestoßen worden sind oder ob es sich am Ende um Rundum-Sorglos-Pakete für Ärzte und Kliniken handelt."

Migration verändert die Medizin

Foto: Rudolf Seiters, Präsident DRK

Rudolf Seiters

Ein ausreichender Impfschutz, der dem Impfschutz aller Bürger in Deutschland entspricht, ist  von zentraler Bedeutung. Zudem müssen Flüchtlinge einen guten Zugang zu psychotherapeutischen Leistungen haben. So beschreibt Rudolf Seiters, Präsident des Deutschen Roten Kreuzes (DRK), im G+G-Einwurf kurzfristige Herausforderungen an die Gesundheitsversorgung in Deutschland. "Eine umfassende und gleichberechtigte Teilhabe von Menschen mit Migrationshintergrund am Gesundheitssystem muss das Ziel sein", umreißt der ehemalige Bundesinnenminister die langfristige Perspektive. Seiters verweist auf das Gutachten der Gesundheitsweisen von 2014. Darin empfiehlt der Sachverständigenrat zur Begutachtung der Entwicklung im Gesundheitswesen (SVR) multiprofessionelle, an den konkreten Bedarf und die jeweilige Situation vor Ort angepassten lokalen Gesundheitszentren zur Primär- und Langzeitversorgung.