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Dossierstempel

Die soziale Pflegeversicherung

Pflegende Angehörige

Der größte Pflegedienst der Republik ist die Familie: 73 Prozent der Pflegebedürftigen (2,08 Millionen) wurden 2015 zuhause versorgt - die meisten von ihnen (1,38 Millionen) in der Regel allein durch Angehörige.

Pflegende Angehörige oder Ehrenamtliche, die sich in einem bestimmten Umfang um Pflegebedürftige kümmern, sind automatisch renten-, unfall- und seit 2017 auch gegen Arbeitslosigkeit versichert. Sofern diese nicht bereits aufgrund einer Teilzeit-Beschäftigung besteht, haben Pflegende nach Beendigung der Pflegezeit also Anspruch auf Arbeitslosengelt und Leistungen der Arbeitsförderung. Darüber hinaus übernimmt die Pflegeversicherung die Kosten ihrer Teilnahme an sogenannten Pflegekursen. Die Pflegeberatung informiert Angehörige zudem über Leistungen, die sie bei ihrer Aufgabe entlasten können.

Das Zweite Pflegestärkungsgesetz (PSG II) hat außerdem den Versicherungsschutz der pflegenden Angehörigen ebenso wie den begünstigten Personenkreis noch einmal deutlich ausgeweitet: Waren zur Erlangung von Rentenansprüchen bisher 14 Stunden wöchentliche Pflegezeit notwendig, so genügen nun zehn Stunden, sofern sie auf zwei Tage verteilt werden. Mit einbezogen werden neuerdings Personen, die an Demenz erkrankte Angehörige ohne Pflegestufe versorgen.


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