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Krankenhaus

Die stationäre Versorgung in Deutschland

Stationäre Behandlungen erfolgen in Krankenhäusern oder Rehabilitations- und Vorsorgeeinrichtungen, die gesetzlich festgelegte Voraussetzungen erfüllen. Klinikbehandlungen können vollstationär, teilstationär, vor- und nachstationär sowie ambulant sein. Im Sinne des Wirtschaftlichkeitsgebotes im Fünften Sozialgesetzbuch (SGB V) gilt dabei die Rangfolge "ambulant vor stationär": Patienten haben Anspruch auf vollstationäre Behandlung, wenn das Behandlungsziel durch eine teil-, vor- oder nachstationäre oder ambulante Behandlung einschließlich häuslicher Krankenpflege nicht erreicht werden kann.

Die Krankenhauskosten sind der größte Ausgabenblock der gesetzlichen Krankenkassen. Laut Bundesgesundheitsministerium (BMG) haben die Krankenkassen 2015 insgesamt 71,1 Milliarden Euro für Krankenhausbehandlungen ausgegeben. Gegenüber 2014 sind die Ausgaben der Kassen für den stationären Sektor somit um 319 Prozent angestiegen. 2015 entfielen von 100 Euro Ausgaben der Krankenkassen für Leistungen 32,71 Euro auf die Behandlung in Krankenhäusern.

Zu den häufigsten Behandlungsfällen im Krankenhaus zählt die Entbindung: Laut Statistischem Bundesamt wurden 2015 insgesamt 730.800 Kinder in Kliniken zur Welt gebracht. Dabei erfolgten die Entbindungen in 709 von 1.956 Krankenhäusern.

Detaillierte Angaben zur Entwicklung zentraler Kennzahlen des Krankenhaussektors inklusive Grafiken im Gesundheitspartner-Portal der AOK.

Zahlen - Daten - Fakten

  • Im Jahr 2015 gab es in Deutschland 1.956 Krankenhäuser mit 499.351 Betten zur stationären Versorgung.
  • Die durchschnittliche Verweildauer der Patienten im Krankenhaus lag bei 7,3 Tagen.
  • Im Jahresdurchschnitt 2015 waren im gesamten Krankenhaussektor 868.044 Vollzeitkräfte beschäftigt - 1,06 Prozent mehr als 2014. Darunter waren 154.364 im ärztlichen Dienst (plus 2,5 Prozent) und 713.680 im nichtärztlichen Dienst (plus 0,8 Prozent).
  • Die Zahl der stationären Behandlungsfälle lag 2015 bei 19,24 Millionen.
  • Mehr als jedes dritte Krankenhaus (35 Prozent) war 2015 in freigemeinnütziger Trägerschaft. 35,1 Prozent der Häuser waren in privater Trägerschaft. Der Anteil öffentlicher Kliniken lag 2015 bei 29,8 Prozent und ist seit 1991 um etwa 17 Prozentpunkte gesunken. 

(Quelle: Statistisches Bundesamt, Oktober 2016)

 

Cover: Krankenhaus-Report 2016

Seit 1993 gibt das Wissenschaftliche Institut der AOK (WIdO) jährlich den Krankenhaus-Report zu den Entwicklungen und Hintergründen in der stationären Versorgung heraus. Darin diskutieren und kommentieren Experten aus Forschung und Praxis jeweils ein Schwerpunktthema. Außerdem enthält der Report eine Analyse der Jahreszahlen des Statistischen Bundesamtes zum Krankenhausbereich sowie  jeweils eine Liste mit wichtigen Kennzahlen zu den Kliniken in Deutschland.

Mit dem zweimonatlichen Newsletter "Blickpunkt Klinik" informiert der AOK-Bundesverband Entscheider aus Politik und Verbänden über Entwicklungen in der Kliniklandschaft und politische Vorhaben in der stationären Versorgung - mit Schwerpunktthemen, Grafiken, Interviews und Gastautoren. Der digitale Krankenhaus-Newsletter kann kostenlos abonniert werden.

Krankenhausplanung

In Deutschland sind die Bundesländer verantwortlich für eine ausreichende stationäre Versorgung. In den Krankenhausgesetzen der Länder werden die Krankenhausplanung, die Zulassungsbedingungen für Kliniken sowie die stationären Kapazitäten und Leistungen genauer geregelt. Anhand von Kriterien wie der Einwohnerzahl sowie der Verteilung und dem Auslastungsgrad schon vorhandener Kliniken bestimmen die Bundesländer, welche Krankenhäuser für die Versorgung unverzichtbar sind. Die Krankenkassen sind verpflichtet, mit diesen Plankrankenhäusern Versorgungsverträge abzuschließen.

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Die duale Krankenhausfinanzierung

Grafik: Krankenhausinvestitionen 2013-2014

Krankenkassen und Bundesländer teilen sich die Krankenhausfinanzierung nach dem Prinzip der dualen Krankenhausfinanzierung. Die Bundesländer sind für die Deckung der Investitionskosten der Häuser zuständig. Jedes Land bestimmt das Fördervolumen der Krankenhäuser selbst. Die laufenden Betriebskosten der Kliniken werden von den Krankenkassen getragen. Jedes Jahr verhandeln die Krankenkassen mit den Klinikträgern für die Vergütung der Behandlungen ein Krankenhausbudget.

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Qualitätssicherung

Krankenhäuser sind laut SGB V zur Sicherung und Weiterentwicklung der Qualität der von ihnen erbrachten Leistungen verpflichtet. Das Ziel der Qualitätssicherung im Klinikbereich ist es, eine qualitativ hochwertige und zeitgleich wirtschaftliche stationäre Versorgung der Versicherten zu gewährleisten.

Die AOK hat das Verfahren "Qualitätssicherung mit Routinedaten“ (QSR) entwickelt, um die Behandlungsqualität über den Klinikaufenthalt hinaus zu messen. Mit dem AOK-Krankenhausnavigator können sich Versicherte und niedergelassene Ärzte unter anderem über die Qualität einzelner QSR-Leistungsbereiche sowie über die Gesamtbewertungen von Kliniken informieren.

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Ambulante Leistungen

Traditionell sind der ambulante und der stationäre Sektor im deutschen Gesundheitswesen streng getrennt. Insbesondere bei der Vergütung gelten in beiden Bereichen unterschiedliche Regeln. Wegen des medizinischen Fortschritts und aus wirtschaftlichen Gründen hat der Gesetzgeber seit Anfang der 1990er-Jahre unterschiedliche Ansätze entwickelt, stationäre Behandlungen ambulant zu ermöglichen und somit die Sektorengrenze zu überbrücken.

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Rehabilitations- und Vorsorgeeinrichtungen

Auch bei Rehabilitations- und Vorsorgemaßnahmen gilt das Prinzip "ambulant vor stationär": Erst wenn alle Möglichkeiten einer ambulanten Behandlung ausgeschöpft sind, können Patienten auch in stationären Rehabilitations- und Vorsorgeeinrichtungen versorgt werden. Reha- oder Vorsorgemaßnahmen haben zum Ziel, die Selbstständigkeit des Patienten zu erhalten und Pflegebedürftigkeit abzuwenden oder sie zumindest hinauszuschieben. Bei der Vergütung solcher Einrichtung gelten andere Regeln als bei Krankenhäusern.

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