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Zuzahlungen 2017

Arzneimittel, Verbandmittel, Hilfsmittel:

Bei verschreibungspflichtigen Arzneimitteln, Verbandmitteln und bei Hilfsmitteln (zum Beispiel Einlagen) müssen Patienten zehn Prozent des Abgabepreises selbst tragen. Die Zuzahlung beträgt mindestens fünf, höchstens jedoch zehn Euro.

Beispiel: Bei einem Medikament für 80 Euro zahlt ein Patient acht Euro zu. Bei einer Salbe für sieben Euro werden dagegen nicht 70 Cent, sondern fünf Euro fällig. Ein sehr teures Medikament für 150 Euro kostet den Patienten dagegen statt 15 nur zehn Euro.

Seit Juli 2006 brauchen Patienten für bestimmte rezeptpflichtige Arzneimittel nichts zuzuzahlen, wenn die Hersteller eine bestimmte Preisgrenze einhalten. Der Preis muss mindestens 30 Prozent unter dem Festbetrag liegen, den die gesetzlichen Krankenkassen für das Arzneimittel erstatten. Die Liste der betreffenden Medikamente wird von den Krankenkassen zusammengestellt und alle 14 Tage aktualisiert.

Mehr Informationen und die aktuellen Arzneimittel-Listen 


Stationäre Behandlung:

Wer im Krankenhaus behandelt oder in einer Rehaklinik untergebracht wird, zahlt zehn Euro pro Tag zu. Die Zuzahlung ist auf 28 Tage oder 280 Euro im Kalenderjahr beschränkt. Auch für eine Mutter-/Vater-Kind-Kur beträgt die Zuzahlung zehn Euro pro Tag, jedoch ohne zeitliche Beschränkung.


Heilmittel:

Bei Heilmitteln - zum Beispiel Physiotherapie, Ergotherapie oder Massagen - müssen Patienten zehn Prozent der Kosten selbst tragen. Hinzu kommen zehn Euro pro Rezept. Das heißt: Wer vom Arzt sechs Therapieeinheiten verordnet bekommt, der zahlt zehn Prozent der gesamten Behandlungskosten plus einmalig zehn Euro.


Häusliche Krankenpflege:

Zehn Euro Verordnungsgebühr und zehn Prozent Eigenbeteiligung an den Kosten gelten auch für die häusliche Krankenpflege. Zum Beispiel, wenn ein Patient nach einer Operation zu Hause von einem Pflegedienst versorgt wird, damit er das Krankenhaus schneller verlassen kann. Bei der häuslichen Krankenpflege bleibt die Zuzahlung aber auf die ersten 28 Tage der Inanspruchnahme begrenzt.


Fahrkosten:

Fahrten zu einer ambulanten Behandlung dürfen die gesetzlichen Krankenkassen nur noch in Ausnahmefällen und nach vorheriger Genehmigung übernehmen. Dazu zählen zum Beispiel Fahrten zur Dialyse oder die von Krebspatienten zur Chemo- und Strahlentherapie. Weitere Ausnahmen gibt es für Patienten, die laut Schwerbehindertenausweis außergewöhnlich gehbehindert (aG), blind (Bl) oder besonders hilfsbedürftig sind (H) sowie in anderen schwerwiegenden Fällen auf ärztliche Verordnung. Auch dann müssen die Betroffenen zehn Prozent der Kosten zuzahlen - mindestens fünf und höchstens zehn Euro pro Fahrt.

Beispiel: Herr A. fährt mit dem Taxi 40 Kilometer zur Dialyse. Die Hin- und Rückfahrt kostet jeweils 60 Euro. Für beide Fahrten muss Herr A. jeweils sechs Euro zuzahlen. 108 Euro Fahrkosten übernimmt seine Krankenkasse. Kosten für Fahrten zur stationären Behandlung - abzüglich der gesetzlichen Zuzahlung - übernehmen die Krankenkassen, wenn es sich um eine aus zwingenden medizinischen Gründen notwendige Rettungsfahrt zur Krankenhaus handelt.


Haushaltshilfe:

Familien mit Kindern, die eine Haushaltshilfe brauchen - zum Beispiel weil die Mutter im Krankenhaus liegt -, müssen pro Tag zehn Prozent der Kosten selbst übernehmen. Dabei beträgt die tägliche Zuzahlung wie bei Medikamenten und Fahrkosten mindestens fünf, höchstens aber zehn Euro.


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