vorlesen

Leistungen der sozialen Pflegeversicherung 2016/2017

Tabelle Pflegestufen in Pflegegrade - Überblick Überleitung

Ab 1. Januar 2017 gelten statt der bisherigen Pflegestufen die sogenannten Pflegegrade. Menschen mit einer Pflegestufe werden ohne erneute Begutachtung ins System der Pflegegrade übergeleitet.

Dabei gilt: Pflegebedürftige mit ausschließlich körperlichen Einschränkungen erhalten den jeweils nächsthöheren Pflegegrad. Beispielsweise erhalten Pflegebedürftige, die bisher Leistungen der Pflegestufe 1 bezogen haben, nach der Umstellung den Pflegegrad 2. Menschen mit kognitiven und kommunikativen Einschränkungen kommen automatisch in den übernächsten Pflegegrad. So wird beispielsweise ein Pflegebedürftiger mit der Pflegestufe 2 und einer eingeschränkten Alltagskompetenz in den Pflegegrad 4 übergeleitet.

Ab 1. Januar 2017 erhalten alle Pflegebedürftige in häuslicher Pflege einen Anspruch auf einen Entlastungsbetrag in Höhe von bis zu 125 Euro monatlich. Das heißt: Versicherte können Rechnungen für Leistungen zur Unterstützung im Alltag einreichen und bis zu 125 Euro monatlich erstattet bekommen. Dabei handelt es sich beispielsweise um hauswirtschaftliche Hilfen oder Betreuung des Pflegebedürftigen. Voraussetzung ist, dass die Leistungen nach jeweiligem Landesrecht anerkannt sind. Informationen dazu gibt es beispielsweise bei der Pflegeberatung der AOK. Außerdem kann der Entlastungsbetrag für die Tages- und Nachtpflege sowie Kurzzeitpflege eingesetzt werden, ohne auf die sonstigen Leistungen der Pflegekasse angerechnet zu werden. Beträge, die nicht verwendet wurden, können in das Folgejahr übertragen werden.

Versicherte, die bis 31. Dezember 2016 aufgrund eines erheblichen allgemeinen Betreuungsaufwands Anspruch auf den erhöhten Betrag von maximal 208 Euro monatlich hatten, haben ab 1. Januar 2017 gegebenenfalls einen Anspruch auf einen Zuschlag zum Entlastungsbetrag von 125 Euro. Voraussetzung ist, dass die Höchstleistungsansprüche für Sachleistungen, Geldleistungen und Tages-/Nachpflege nicht jeweils mindestens 83 Euro höher sind als im Vergleich zu den Leistungssätzen in 2016.

Monatliche Leistungen im Überblick

2017

Sachleistung Häusliche Pflege:

Pflegegrad 1: 0 Euro
Pflegegrad 2: 689 Euro
Pflegegrad 3: 1.298 Euro
Pflegegrad 4: 1.775 Euro
Pflegegrad 5: 1.995 Euro

Pflegegeld bei häuslicher Pflege durch Angehörige:

Pflegegrad 1: 125 Euro (zweckgebundene Kostenerstattung)
Pflegegrad 2: 316 Euro
Pflegegrad 3: 545 Euro
Pflegegrad 4: 728 Euro
Pflegegrad 5: 901 Euro

Vollstationäre Pflege:

Pflegegrad 1: 125 Euro
Pflegegrad 2: 770 Euro
Pflegegrad 3: 1.262 Euro
Pflegegrad 4: 1.775 Euro
Pflegegrad 5: 2.005 Euro

Seit dem 1. Januar 2015 können Leistungen der Kurzzeit- und der Verhinderungspflege auch kombiniert werden. Wenn eine Pflegeperson beispielsweise verhindert ist, und der Pflegebedürftige seine Leistungen aus der Kurzzeitpflege nicht aufgebraucht hat, kann er diese bis zur Hälfte (also 806 Euro und insgesamt somit maximal 2.424 Euro jährlich) für die Verhinderungspflege einsetzen. Nicht genutzte Leistungen aus der Verhinderungspflege können seit 2016 sogar komplett in der Kurzzeitpflege eingesetzt werden. Pflegebedürftige können somit bis zu 3.224 Euro in der Kurzzeitpflege nutzen.

Angehörige, die mehr als 10 Stunden in der Woche pflegen, sind automatisch renten- und unfallversichert. Fallen betreuende Angehörige wegen Krankheit oder Urlaub aus, übernimmt die Pflegekasse die Aufwendungen für eine Ersatzpflegekraft in Höhe von bis zu 1.612 Euro jährlich (Verhinderungspflege). 

Teilstationäre und Kurzzeitpflege:

Tages-/Nachtpflege Pflegegrad 1: 125 Euro
Tages-/Nachtpflege Pflegegrad 2: 689 Euro
Tages-/Nachtpflege Pflegestufe 3: 1.298 Euro
Tages-/Nachtpflege Pflegestufe 4: 1.612 Euro
Tages-/Nachtpflege Pflegestufe 5: 1.995 Euro
Kurzzeitpflege: 1.612 Euro (jährlich, Leistungszeitraum 8 Wochen)

Seit 2013 werden selbst organisierte, ambulant betreute Wohngruppen gefördert. Pro pflegebedürftigem Mitbewohner gibt es maximal 2.500 Euro bis zu einem Höchstbetrag von 10.000 Euro je Wohngruppe für die altersgerechte oder barrierefreie Umgestaltung der Wohnung. Der monatliche Zuschlag für Wohngruppen ab 2017 liegt bei 214 Euro monatlich.

Antworten auf häufig gestellte Fragen zum Pflegestärkungsgesetz II

2016

Sachleistung Häusliche Pflege:

Pflegestufe I: 468 Euro
Pflegestufe II: 1.144 Euro
Pflegestufe III: 1.612 Euro
Sachleistung bei außergewöhnlich hohem Pflegeaufwand: 1.995 Euro

Pflegegeld bei häuslicher Pflege durch Angehörige:

Pflegestufe I: 244 Euro
Pflegestufe II: 458 Euro
Pflegestufe III: 728 Euro
bei Verhinderung der Pflegeperson: maximal 1.612 Euro (jährlich)

Teilstationäre und Kurzzeitpflege:

Tages-/Nachtpflege Pflegestufe I: 468 Euro
Tages-/Nachtpflege Pflegestufe II: 1.144 Euro
Tages-/Nachtpflege Pflegestufe III: 1.612 Euro
Kurzzeitpflege: 1.612 Euro (jährlich)
Ergänzende Leistung bei erheblichem allgemeinen Betreuungsaufwand: maximal 208 Euro (monatlich)

Vollstationäre Pflege:

Pflegestufe I: 1.064 Euro
Pflegestufe II: 1.330 Euro
Pflegestufe III: 1.612 Euro
Härtefälle: 1.995 Euro

Seit dem 1. Januar 2015 können Leistungen der Kurzzeit- und der Verhinderungspflege auch kombiniert werden. Wenn eine Pflegeperson beispielsweise verhindert ist, und der Pflegebedürftige seine Leistungen aus der Kurzzeitpflege nicht aufgebraucht hat, kann er diese bis zur Hälfte (also 806 Euro und insgesamt somit maximal 2.424 Euro jährlich) für die Verhinderungspflege einsetzen. Nicht genutzte Leistungen aus der Verhinderungspflege können seit 2016 sogar komplett in der Kurzzeitpflege eingesetzt werden. Pflegebedürftige können somit bis zu 3.224 Euro in der Kurzzeitpflege nutzen.

Angehörige, die mehr als 14 Stunden in der Woche pflegen, sind automatisch renten- und unfallversichert. Fallen betreuende Angehörige wegen Krankheit oder Urlaub aus, übernimmt die Pflegekasse die Aufwendungen für eine Ersatzpflegekraft in Höhe von bis zu 1.612 Euro jährlich (Verhinderungspflege). Seit dem 1. Januar 2015 können zudem alle Pflegebedürftigen in der häuslichen Pflege einen monatlichen Zuschuss von 104 Euro für zusätzliche Betreuungsleistungen beantragen. Pflegebedürftige mit erheblich eingeschränkter Alttagskompetenz erhalten dafür sogar 208 Euro pro Monat.

Sachleistungen für Versicherte mit erheblich eingeschränkter Alltagskompetenz:

Pflegestufe 0: 231 Euro
Pflegestufe I: 689 Euro
Pflegestufe II: 1.298 Euro
Pflegestufe III: 1.612 Euro

Pflegegeld für Versicherte mit erheblich eingeschränkter Alltagskompetenz:

Pflegestufe 0: 123 Euro
Pflegestufe I: 316 Euro
Pflegestufe II: 545 Euro
Pflegestufe III: 728 Euro

Erläuterungen:

Seit 2013 werden selbst organisierte, ambulant betreute Wohngruppen gefördert. Pro pflegebedürftigem Mitbewohner gibt es maximal 2.500 Euro bis zu einem Höchstbetrag von 10.000 Euro je Wohngruppe für die altersgerechte oder barrierefreie Umgestaltung der Wohnung. Seit dem 1. Januar 2015 erhalten die Bewohner einer solchen "WG" für die Beschäftigung einer Hilfsperson 205 Euro im Monat.

Die AOK bietet für ehrenamtliche Pflegekräfte kostenlos Pflegekurse an, in denen hilfreiche Tipps für die Pflege zu Hause vermittelt werden. Mehr Informationen der einzelnen AOKs finden Sie im dazu im Versichertenportal.


Zur Übersicht: Das gilt 2017