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Chroniker-Regelung für Zuzahlungen

Jüngere Versicherte müssen sich einmalig ärztlich über Krebs-Vorsorgeuntersuchungen beraten lassen, um im Falle einer späteren chronischen Erkrankung nur Zuzahlungen bis zu ein Prozent ihres Haushaltseinkommens leisten zu müssen. Das sieht die Chroniker-Richtlinie vor, die seit 1. Januar 2008 in Kraft ist. Die Beratung ist von einem Arzt zu erbringen, der berechtigt ist, die entsprechende Untersuchung durchzuführen.

Die Beratung muss spätestens zwei Jahre nach Beginn der jeweiligen Anspruchsberechtigung auf die Vorsorgeuntersuchung - bei Frauen ab 20 Jahren, bei Männern ab 45 Jahren - erfolgen und wird in einem Präventionspass dokumentiert. Wird die ärztliche Beratung nicht wahrgenommen, gilt auch für mögliche spätere Zuzahlungen die allgemeine Belastungsobergrenze von zwei Prozent des Einkommens.

Die neue, vom Gemeinsamen Bundesausschuss beschlossene Chroniker-Regelung ist Teil des GKV-Wettbewerbsstärkungsgesetzes vom 1. April 2007. Die Neuerung betrifft alle Versicherten, die 2008 erstmals Vorsorgeuntersuchungen zur Früherkennung von Brustkrebs, Darmkrebs oder Gebärmutterhalskrebs in Anspruch nehmen konnten. Das sind alle Frauen, die nach dem 1. April 1987 geboren wurden, und alle Männer, die nach dem 1. April 1962 geboren wurden. Ausgenommen sind Versicherte, die psychisch krank, zu mehr als 60 Prozent schwerbehindert oder in Pflegestufe II oder III sind.


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