Ärztliche Versorgung in Deutschland
Entwicklung der Arztzahlen
Auch 2011 ist die Zahl der Ärzte in Deutschland weiter gestiegen. Ende des Jahres waren 342.063 Ärztinnen und Ärzte berufstätig. Die Wachstumsrate legte auf 2,5 Prozent von 2,3 Prozent im Jahr davor zu. Die Zahl der ambulant tätigen Ärzte erhöhte sich gegenüber 2010 um ein Prozent auf 142.855. Dabei sank die Zahl der niedergelassenen Ärzte von 124.685 auf 124.012. Zugleich stieg aber der Anteil der Ärzte, die im ambulanten Bereich angestellt sind, von 16.776 auf 18.843. Dies geht aus einer aktuellen Statistik der Bundesärztekammer (BÄK) hervor.
2011 arbeiteten mit 169.840 knapp die Hälfte der berufstätigen Ärzte im stationären Bereich. Das sind 6.208 oder 3,8 Prozent mehr Mediziner als im Vorjahr (Ende 2010: 163.632).
In anderen Bereichen arbeiteten 29.368 (Ende 2009: 28.506) Ärztinnen und Ärzte. Dies entspricht einem Plus von 3,0 Prozent. Im Jahr 2010 lag der Zuwachs noch bei 1,4 Prozent. Der Anteil der in Behörden, Körperschaften und sonstigen Bereichen tätigen Ärztinnen und Ärzte beträgt 8,6 Prozent und ist damit im Vergleich zum Vorjahr fast unverändert geblieben (2010: 8,5 Prozent).
Die Zahl der Ärztinnen und Ärzte ohne ärztliche Tätigkeit ist 2011 erneut gestiegen und beträgt nun 107.346 Mediziner. Der Zuwachs zog im Jahresvergleich wieder etwas an auf ein Plus von 1,8 Prozent, nachdem 2010 im Vergleich zum Vorjahr noch eine Zunahme um 1,5 Prozent. 2008 und 2009 lagen die Zuwächse mit 3,2 beziehungsweise 2,0 Prozent noch höher.
Mehr Ärztinnen
Die Zahl der Ärztinnen ist 2010 weiter gestiegen, und zwar auf 149.669 (2010: 143.553) und hat jetzt 43,8 Prozent der Gesamtzahl (2010: 43 Prozent) erreicht. Der Anteil der Ärztinnen im Krankenhaus ist im Jahre 2011 weiter angestiegen, von 44,4 Prozent im Jahre 2010 auf nun 45,3 Prozent.
Die Altersstruktur der berufstätigen Ärzte hat sich 2010 kaum verändert. Der Anteil der unter 35-jährigen berufstätigen Ärzte ist um 0,4 Prozentpunkte auf jetzt 17,4 Prozent angestiegen. Der Anteil der über 59-Jährigen ist auf 14,3 Prozent angestiegen (Vorjahr: 13,5 Prozent).
In den Krankenhäusern hat sich die Altersstruktur der Statistik zufolge kaum verändert. Der Anteil der Krankenhausärztinnen und -ärzte, die jünger als 35 Jahre sind, stieg auf 32,2 Prozent von 32,1 Prozent im Jahr davor. Gleichzeitig stieg aber der Anteil der über 59-Jährigen von fünf Prozent auf 5,3 Prozent. Das Durchschnittsalter der Krankenhausmediziner stieg 2011 weiter auf 41,14 Jahre von 41,12 Jahren 2010 an.
Mehr ausländische Ärzte
Die Zahl der in der Bundesrepublik gemeldeten ausländischen Mediziner lag 2011 bei 28.355 (Vorjahr: 25.316). Das ist ein Plus von zwölf Prozent gegenüber 2010. Die meisten von ihnen kamen mit 20.855 aus Europa, allein aus der EU waren es 15.674. Die meisten der ausländischen Mediziner kamen aus Österreich (2.363), gefolgt von Griechenland (2.224), Rumänien (2.105), Russland/ehemalige Sowietunion (1.735) und dem Iran (1.081). Der Herkunftskontinent mit der höchsten Zuwachsrate war Afrika (17,6 Prozent). Europa verzeichnete ein Plus von lediglich 12,9 Prozent. Zu den Herkunftsländern mit den größten Zuwachsraten zählten Litauen (49,1 Prozent mehr als im Vorjahr) und Lettland (47,3 Prozent), gefolgt Rumänien (40,8 Prozent) und der Tschechischen Republik (39,9 Prozent). Unter den afrikanischen Staaten ragten besonders Lybien (38,2 Prozent) und Ägypten (26,8 Prozent) heraus. In Asien stand Jordanien mit einer Zuwachsrate von 36,6 Prozent an der Spitze.
Insgesamt 3.410 (Vorjahr: 3.241) zuvor in Deutschland tätige Mediziner sind der Ärztestatistik zufolge 2011 ins Ausland gegangen, davon waren 68,6 Prozent (Vorjahr: 68,7 Prozent) Deutsche. Die Abwanderung hat damit weiter zugenommen und liegt auf dem höchsten Niveau seit Beginn der Erfassung 2005. Die beliebtesten Auswanderungsländer waren wie in den vergangenen Jahren die Schweiz (715), Österreich (302), die USA (183) sowie Großbritannien (136).
Die Ärztestatistik zum 31. Dezember 2011:
- Gesamtzahl (einschl. Rentner): 449.409 (2010: 439.090)
- Berufstätig: 342.063 (2010: 333.599)
- Stationär tätig: 169.840 (2010: 163.632)
- Ambulant tätig: 142.855 (2010: 141.461)
- Ärzte bei Behörden, Körperschaften und sonstigen Arbeitgebern: 29.368 (2009: 28.506)
- Ausländische Ärzte: 28.355 (2010: 25.316)
(Quelle: Bundesärztekammer)
Fachinformationen der AOK für ambulant tätige Ärzte
