vorlesen

QualiPEP

Lebenswelten

Foto: Seniorenwohnheim

Stationäre Pflegeeinrichtungen

Rund 3,1 Millionen Menschen in Deutschland beziehen derzeit Leistungen der Sozialen Pflegeversicherung (SPV). Etwa 850.000 Personen werden teil- und vollstationär in rund 13.600 stationären Pflegeeinrichtungen von mehr als 730.000 Beschäftigten betreut. Die Anzahl der Pflegebedürftigen nimmt kontinuierlich zu und damit auch der Bedarf an Pflegefachkräften. Pflegebedürftigkeit beruht grundsätzlich auf multifaktoriell verursachten chronischen Erkrankungen oder Behinderungen. Zu den häufigsten Erkrankungen, die zur Pflegebedürftigkeit führen, gehören neben Knochenbrüchen (häufig nach Unfällen) Hirngefäßerkrankungen wie Schlaganfälle oder Krankheiten des Skelett- und Bewegungsapparates. Hirngefäßerkrankungen wie einem Schlaganfall oder in Krankheiten des Skelett- und Bewegungsapparates. Von den Bewohnern stationärer Pflegeeinrichtungen sind aktuell etwa 54,9 Prozent den Pflegegraden eins bis drei zugeordnet, 28,6 Prozent sind in Pflegegrad vier, 16,5 Prozent in Pflegegrad fünf eingestuft.

Es gibt einen hohen Bedarf für Konzepte der Qualitätssicherung, um die Wirksamkeit und Nachhaltigkeit von Maßnahmen der Prävention und Gesundheitsförderung in stationären Pflegeeinrichtungen zu gewährleisten. Der Fokus liegt dabei auf dem Aus- und Aufbau von Qualitätskriterien und ‑instrumenten im Rahmen eines partizipativen Entwicklungsprozesses.

Stationäre Pflege ist überwiegend weiblich. Über 70 Prozent der Pflegebedürftigen und rund 85 Prozent der Beschäftigten sind Frauen. Die Belastungen der Beschäftigten in der professionellen Pflege sind überdurchschnittlich hoch. So ist der Krankenstand laut AOK-Fehlzeitenreport in den Berufen der Altenpflege zwischen 2012 und 2016 von 6,8 Prozent auf 7,5 Prozent gestiegen. Damit liegt er aktuell um 2,2 Punkte über dem bundesweiten Durchschnitt von 5,3 Prozent (2012: 4,9 Prozent) und ist auch etwas schneller als der Durchschnitt gestiegen.

Foto: Behinderter und Betreuerin - kq

Stationäre Einrichtungen der Eingliederungshilfe

In Deutschland leben 7,6 Millionen schwerbehinderte Menschen. Mit 61 Prozent sind die meisten Behinderungen körperlicher Art, bei 21 Prozent handelt es sich um zerebrale, geistige und seelische Beeinträchtigungen.

Rund 205.000 Kinder/Jugendliche oder Erwachsene mit Behinderung leben in stationären Einrichtungen der Eingliederungshilfe. Davon sind 60 Prozent männlich und 40 Prozent weiblich. Der größte Teil (87 Prozent) ist zwischen 18 und 65 Jahre alt, knapp elf Prozent sind älter als 65 Jahre. Allein die Verbände der freien Wohlfahrtspflege betreiben etwa 6.400 stationäre Einrichtungen mit ungefähr 155.000 Beschäftigten.

Zur wirkungsvollen und nachhaltigen Prävention und Gesundheitsförderung müssen bestehende Ansätze an die besonderen Bedingungen und Herausforderungen der Einrichtungen der Eingliederungshilfe qualitätsgesichert angepasst werden. Diese müssen auch Aspekte der Gesundheitskompetenz und der betrieblichen Gesundheitsförderung (stärker als bislang) einbeziehen.

Logo: QualiPEP - Gefördert durch das BMG

Für beide Lebenswelten, in denen QualiPEP ansetzt, gilt die Lebenswelt-Definition nach dem Präventionsgesetz in Paragraf 20a SGB V (Leistungen zur Gesundheitsförderung und Prävention in Lebenswelten). Es gilt auf ein ausgewogenes Verhältnis von Ansätzen der Verhaltens- und Verhältnisprävention zu achten.

AOK-Bundesverband
Christian Hans
Rosenthaler Str. 31
10178 Berlin

E-Mail: QualiPEP@bv.aok.de
Telefon (030) 346 46-24 15