vorlesen

"süß war gestern" - 1. Deutscher Zuckerreduktionsgipfel am 28. Juni 2017

Logo 1. Deutscher Zuckerreduktionsgipfel

Mehr Transparenz über den Zuckergehalt in Lebensmitteln fordert die AOK. Denn 92 Prozent der Eltern unterschätzen den Zuckeranteil in einem handelsüblichen 250-Gramm-Fruchtjoghurt. Durchschnittlich gehen sie von nur vier statt der tatsächlichen elf Zuckerwürfel in einem solchen Joghurtbecher aus. Diese Fehleinschätzung macht sich im Gesundheitszustand der Kinder bemerkbar: Je stärker die Eltern den Zuckergehalt unterschätzen, umso höher ist der Body-Mass-Index ihrer Kinder. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle wissenschaftliche Untersuchung des Max-Planck-Instituts für Bildungsforschung in Zusammenarbeit mit der Universität Mannheim, die auf dem 1. Deutschen Zuckerreduktionsgipfel am Mittwoch (28. Juni) in Berlin vorgestellt worden ist.

Dort diskutierten auf Initiative des AOK-Bundesverbandes Vertreter aus Politik, Industrie, Wissenschaft und Gesundheitsbranche unter dem Motto "süß war gestern" über Wege, den Anteil von Zucker, aber auch von Salz und Fett in Lebensmitteln zu verringern. Eltern müssten "angemessene Ernährungsentscheidungen“ treffen können, forderte Martin Litsch, Vorstandsvorsitzender des AOK-Bundesverbandes.

Die Vorträge zum Download

Das Programm

10:00 Uhr Einlass

10:30 Uhr Begrüßung und Einführung
Martin Litsch, Vorstandsvorsitzender des AOK-Bundesverbandes

10:45 Uhr Nationale Kampagne zur Zuckerreduktion "Consensus Action on Sugar and Health (CASH)" in Großbritannien
Prof. Graham MacGregor, Queen Mary University of London, Chairman CASH (Vortrag in Englisch)

11:15 Uhr Gesundheitliche Auswirkungen durch steigenden Zuckerkonsum und Ansätze für Public-Health-Maßnahmen
Prof. Dr. Ilona Kickbusch, Graduate Institute of International and Development Studies, Genf

11:35 Uhr Kindermarketing bei ungesunden Lebensmitteln - Welche Strategien nutzt die Industrie?
PD Dr. Tobias Effertz, Institut für Recht der Wirtschaft, Universität Hamburg

13:00 Uhr Podiumsdiskussion: Förderung eines gesunden Zuckerkonsums - Welche Ansätze brauchen wir in Deutschland?

  • Gerd Billen, Staatssekretär im Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz
  • Elvira Drobinski-Weiß, MdB, SPD-Bundestagsfraktion, Verbraucherpolitische Sprecherin, Mitglied im Ausschuss für Recht und Verbraucherschutz, Mitglied im Ausschuss für Ernährung und Landwirtschaft
  • Dietrich Monstadt, MdB, CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Mitglied im Gesundheitsausschuss, Berichterstatter für Medizinprodukte, Diabetes/Adipositas, Mitglied im Ausschuss für Recht und Verbraucherschutz
  • Kordula Schulz-Asche, MdB, Bündnis 90/Die Grünen-Bundestagsfraktion, Sprecherin für Prävention und Gesundheitswirtschaft sowie für Bürgerschaftliches Engagement, Mitglied im Gesundheitsausschuss
  • Prof. Dr. Berthold Koletzko, Pädiater und Vorsitzender Stiftung Kindergesundheit, Universitätsklinikum München
  • Martin Litsch, Vorstandsvorsitzender des AOK-Bundesverbandes
  • Günter Tissen, Hauptgeschäftsführer der Wirtschaftlichen Vereinigung Zucker e. V.

14:00 Uhr Erfolgsfaktoren zuckerreduzierter Lebensmittel - Heinz Tomato Ketchup mit 100 Prozent Geschmack und 50 Prozent weniger Zucker & Salz
Michael Lessmann, Head of Marketing Central Europe, The Kraft Heinz Company

14:20  Uhr LIDL-Reduktionsstrategie 2025 - 20 Prozent weniger Zucker sind machbar
Jan Bock, Geschäftsleiter Einkauf, Lidl Deutschland

14:40 Uhr Kaffeepause

15:10 Uhr Nutzen einer laienverständlichen Lebensmittelkennzeichnung in Deutschland
Sophie Herr, Leiterin des Teams Lebensmittel, Verbraucherzentrale Bundesverband

15:30 Uhr Zuckerreduktion ist Zuckerersatz - Was bedeutet das für unsere Lebensmittel?
Günter Tissen, Hauptgeschäftsführer der Wirtschaftlichen Vereinigung Zucker e. V.

15:50 Uhr Gesundheitskompetenz von Eltern zum Zuckerkonsum ihrer Kinder
Mattea Dallacker, Max-Planck-Institut für Bildungsforschung, Berlin

16:10 Uhr Verabschiedung
Dr. Kai Kolpatzik, Leiter der Abteilung Prävention, AOK-Bundesverband

Moderation: Dr. Tanja Busse