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Im hohen Alter zu Hause leben - Herausforderungen für die ambulante medizinische Versorgung

Berliner Gesundheitspreis 2006/07

Der Wettbewerb um den Berliner Gesundheitspreis 2006/2007 stand unter dem Motto "Im hohen Alter zu Hause leben - Herausforderungen für die ambulante medizinische Versorgung". Sechs Preisträger teilten sich den mit insgesamt 50.000 Euro dotierten Preis, den der AOK-Bundesverband, die AOK Berlin und die Ärztekammer Berlin am 8. Mai 2007 vergeben haben. 38 Projekte hatten sich an dem Wettbewerb beteiligt. Verliehen wurden die Preise durch die Bundesministerin für Gesundheit, Ulla Schmidt, und Dr. Hermann Kues, Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, sowie Mitglieder der Jury. Der Ehrenpreis ging an die AOK Niedersachsen für ihr Projekt "Gesund Älter Werden".

Ministerin Schmidt lobte während der Preisverleihung die ausgezeichneten Projekte: "Sie zeigen, was schon heute in der Versorgung älterer Menschen vor Ort möglich ist. Auch im hohen Alter noch zu Hause leben zu können, ist inzwischen eine Schlüsselfrage für unsere Gesellschaft." 

Als Anstoß für eine Diskussion um Versorgung und Betreuung alter Menschen bezeichnete der Vorstandsvorsitzende des AOK-Bundesverbandes, Dr. Hans Jürgen Ahrens, die Verleihung des Berliner Gesundheitspreises. Die AOK zeige damit, "dass es bereits viele gute Ansätze gibt". Rolf D. Müller, Vorstandsvorsitzender der AOK Berlin, gab der Hoffnung Ausdruck, dass die ausgezeichneten Projekte für viele Regionen zum Vorbild werden. Der Präsident der Ärztekammer Berlin, Dr. Günther Jonitz, nannte die Betreuung alter Menschen in ihrer häuslichen Umgebung "die zentrale Herausforderung der ambulanten Patientenversorgung".

  • Die Beschreibung der Ziele und deren Erreichung ist verständlich, nachvollziehbar und aussagekräftig
  • Vorhandene Strukturen und Potenziale werden zielgerichtet für eine koordinierte und bedarfsorientierte Versorgung genutzt.
  • Die beschriebenen Modelle, Konzepte und Verfahren sind praktisch erprobt oder es wird die Praxistauglichkeit plausibel gemacht sowie deren Wirtschaftlichkeit nachgewiesen.
  • Die Angebote sind zuverlässig, beständig, gut erreichbar/niederschwellig und werden von der Zielgruppe akzeptiert.
  • Ältere Menschen mit verminderten Außenkontakten werden erreicht.
  • Vertrauen und Akzeptanz in Strukturen und handelnde Personen sind vorhanden.
  • Qualitätssicherungsmaßnahmen sind im Projekt verankert.

Zu den Teilnahmebedingungen gehörte, dass die eingereichten Modelle und Projekte bereits in der Praxis erprobt werden oder ihre Praxistauglichkeit plausibel ist. Bewerben konnten sich:

  • ambulant tätige Ärzte, Arztnetze und medizinische Versorgungszentren, Versorgungseinrichtungen, die ambulante Programme anbieten, andere Professionen im Gesundheitswesen,
  • ehrenamtlich Engagierte, die soziale Netzwerke knüpfen, in denen gesundheitliche Themen vorherrschen (z.B. Initiativen, Vereine),
  • andere Einrichtungen, wie Wohlfahrtsverbände, Kommunen, Kirchen usw.

Die Entscheidung über die Träger des Berliner Gesundheitspreises trifft eine unabhängige Jury. In der Kategorie 1 wurden 2006/2007 drei Preise mit einem Gesamtvolumen von 35.000 Euro vergeben. Für die Kategorie 2 standen zwei Preise von jeweils 7.500 Euro zur Verfügung. Der Jury des Berliner Gesundheitspreises 2006/2007 gehörten an:

  • Dr. Jürgen Bausch
    Ehrenvorsitzender der Kassenärztlichen Vereinigung Hessen
  • Dr. Martina Bunge MdB
    Vorsitzende des Ausschusses für Gesundheit des Deutschen Bundestages
  • Dr. Günther Jonitz
    Präsident der Ärztekammer Berlin
  • Klaus Kirschner
    ehem. Vorsitzender des Ausschusses für Gesundheit und Soziale Sicherung des Deutschen Bundestages
  • Dr. med. Norbert Lübke
    Leiter Kompetenz-Centrum Geriatrie beim Medizinischen Dienst der Krankenversicherung (MDK) Nord
  • Wolfgang Metschurat
    alternierender Vorsitzender des Verwaltungsrates der AOK Berlin
  • Fritz Schösser
    alternierender Vorsitzender des Verwaltungsrates des AOK-Bundesverbandes
  • Prof. Matthias Schrappe
    Mitglied des Sachverständigenrates zur Begutachtung der Entwicklung im Gesundheitswesen
BGP Titel Plakat 2006 - kh