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Neuer Vorstandschef des AOK-Bundesverbandes tritt Amt an

Foto: Martin Litsch - Vorstandsvorsitzender AOK-Bundesverband

(30.12.15) Mit Jahresbeginn 2016 übernimmt Martin Litsch den Vorstandsvorsitz des AOK-Bundesverbandes. Litsch, zuvor Vorstandsvorsitzender der AOK NORDWEST, hat bereits in den vergangenen Monaten gemeinsam mit seinem Vorstandskollegen Frank Michalak von der AOK Nordost den Verband kommissarisch geleitet. Diese Übergangsphase endet mit dem Amtsantritt.

Der 58-jährige Litsch stammt aus Trier und studierte dort Soziologie und Ökonomie. Danach arbeitete er unter anderem bei der Caritas und war wissenschaftlicher Mitarbeiter bei der Universität Trier. 1989 startete Litsch seine Karriere in der AOK, zunächst im Wissenschaftlichen Institut der AOK (WIdO), dessen Leitung er später übernahm. Als Projektleiter Change Management des AOK-Bundesverbandes und Geschäftsführer der AOK Consult GmbH hatte er die Verantwortung für verschiedene Aufgabenbereiche in einer Zeit, in der die AOK eine schwierige Phase durchlief.

2002 wechselte Litsch nach 13 Jahren im AOK-Bundesverband zur AOK Westfalen-Lippe nach Dortmund, wo er 2006 zunächst zum stellvertretenden und 2008 zum Vorstandsvorsitzenden gewählt wurde. Unter seiner Führung fusionierten 2010 die AOK Westfalen-Lippe und die AOK Schleswig-Holstein zur AOK NORDWEST. Im November 2015 wählte ihn der Aufsichtsrat des AOK-Bundesverbandes zum neuen Vorstandsvorsitzenden. Sein Nachfolger an der Spitze der AOK NORDWEST wird ebenfalls zum Jahresbeginn 2016 Tom Ackermann, bisher Mitglied des Vorstands.

In der Gesundheitspolitik sieht Litsch große, noch ungelöste Herausforderungen für die zweite Amtshälfte der Großen Koalition. "Wir brauchen eine adäquate Antwort auf die Frage nach fairen Arzneimittelpreisen", sagte Litsch im Interview mit dem AOK-Forum "Gesundheit und Gesellschaft" (G+G 12/15). Bis zur Bundestagswahl 2017 müsse Gesundheitsminister Hermann Gröhe zeigen, ob mit den zahlreichen Gesetzen "echte Strukturreformen angestoßen worden sind oder ob es sich am Ende um Rundum-Sorglos-Pakete für Ärzte und Kliniken handelt".