Arzneiverordnungs-Report 2016: Hochpreisland Deutschland

Als unzureichend bezeichnet der AOK-Bundesverband das geplante Arzneimittel-Versorgungsstärkungsgesetz (AM-VSG). Dieses weiche wesentliche Prinzipien des Arzneimittelmarkt-Neuordnungsgesetzes (AMNOG) zu Qualität und Finanzierbarkeit auf, kritisierte der Vorstandsvorsitzende des AOK-Bundesverbandes, Martin Litsch, bei der Präsentation des Arzneiverordnungs-Reports 2016 (AVR) am Montag (26. September). "Angetreten als 'AMNOG 2.0' ist es jetzt nicht viel mehr als ein 'AMNOG 0.5'", so Litsch. In Deutschland sind insbesondere patentgeschützte Medikamente die Preistreiber, wie die Autoren des AVR darlegen.

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»Mit gezielter Desinformation werden auf dem Rücken der Patienten Ängste geschürt. Was stimmt ist: Die Ausschreibung verkürzt Lieferwege und hebt Qualitätsstandards.«

Martin Litsch,  Vorstandsvorsitzender des AOK-Bundesverbandes, zur Kampagne der ABDA und DKG gegen die Zytostatika-Ausschreibungen 

Dossiers

Foto: Patient im Bett auf Krankenhaus-Gang

Gut ein Drittel der Ausgaben für die medizinische Versorgung der gesetzlich Versicherten entfällt auf den stationären Bereich. Das ist der größte Ausgabenblock der Krankenkassen. Für die knapp 2.000 Krankenhäuser in Deutschland gelten bundesweite Vorgaben bei Planung, Finanzierung, Vergütung und auch bei der Qualitätssicherung, die in der Regel auf Landesebene vertraglich vereinbart und umgesetzt werden. Vor allem bei der Planung und Finanzierung spielen die Bundesländer eine wichtige Rolle. Für welche Bereiche die Länder, für welche die Krankenkassen zuständig sind und wie die Kliniken bezahlt werden, erklärt das Dossier Krankenhaus.

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Patient Arzt Gespräch - stq

Die niedergelassenen Ärzte sind zumeist der erste und wichtigste Ansprechpartner für Patienten. Mehr als 167.000 Vertragsärzte und -psychotherapeuten gehören den 17 regionalen Kassenärztlichen Vereinigungen an. Die haben den gesetzlichen Auftrag, die ambulante Versorgung sicherzustellen. Für die sogenannte Bedarfsplanung und auch für die Vergütung gibt es bundeseinheitliche Vorgaben. Sie bilden den Rahmen für regionale Vereinbarungen zwischen einer Kassenärztlichen Vereinigung und den Krankenkassen und auch für Einzelverträge.

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Foto: Unterstützung bei Körperpflege

In Deutschland können mehr als 2,6 Millionen Menschen wegen Krankheit oder Behinderung die alltäglichen Aufgaben nicht mehr selbstständig meistern. Pflegebedürftigen wird entweder in stationären Pflegeeinrichtungen oder ambulant Hilfe angeboten. Die 1995 eingeführte soziale Pflegeversicherung soll das Risiko der Hilfsbedürftigkeit zumindest teilweise abfedern.

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Foto: Einnahme von Arzneimittel-Tropfen

Seit Mitte der 1980er-Jahre verzeichnen die gesetzlichen Krankenkassen bei den Kosten für Arzneimittel häufig überdurchschnittliche Ausgabensteigerungen. Deshalb hat der Gesetzgeber immer wieder versucht, durch neue Instrumente den Anstieg zu begrenzen und gleichzeitig die Versorgung der Patienten mit innovativen Medikamenten sicherzustellen. Daher zählt die Arzneimittelversorgung zu den Bereichen mit der höchsten Regelungsdichte.

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Berliner Gesundheitspreis 2017 – Der Film zur Ausschreibung

Für den Berliner Gesundheitspreis 2017 zum Thema "Migration und Gesundheit - Integration gestalten" werden bundesweit Projekte gesucht, bei denen es vor allem um zwei Aspekte geht: eine gleichermaßen gute Gesundheitsversorgung für Menschen mit Migrationshintergrund und die Integration von Fachkräften mit Migrationshintergrund in das deutsche Gesundheitssystem. Bis zum 30. November 2016 können Projekte eingereicht werden. Die Ausschreibung richtet sich an Einrichtungen aller Gesundheitsberufe, Migrations- und Patientenorganisationen, wissenschaftliche Einrichtungen und Hochschulen sowie Bildungseinrichtungen, Selbsthilfegruppen, NGOs und ehrenamtliche Initiativen.

AOK im Dialog: Die Zukunft der Arzneimittelversorgung

Foto: Podiumsrunde AOK im Dialog

Für Ende September wird der Kabinettsentwurf für die geplante Reform im Arzneimittelbereich erwartet, der die Ergebnisse des Pharmadialogs der Bundesregierung umsetzen soll. Der Referentenenentwurf für ein "Gesetz zur Stärkung der Arzneimittelversorgung in der gesetzlichen Krankenversicherung" (AM-VSG) liegt bereits seit Ende Juli vor. Wie kann, wie sollte die Arzneimittelversorgung der Zukunft sichergestellt werden? Darüber diskutierten bereits am 28. April 2016 auf der Veranstaltung "AOK im Dialog" Michael Hennrich, Obmann der Arbeitsgruppe Gesundheit der Unionsfraktion, SPD-Fraktionsvize Prof. Karl Lauterbach, Birgit Fischer, Hauptgeschäftsführerin des Verbandes Forschender Arzneimittelhersteller, Prof. Wolf-Dieter Ludwig, Chef der Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft, und Martin Litsch, Vorstandsvorsitzender des AOK-Bundesverbandes. Der Sozialethiker Prof. Friedhelm Hengsbach gab vor den mehr als 100 Gästen im Gebäude des AOK-Bundesverbandes zum Auftakt einen philosophischen Einblick. Mehr dazu